
40 häufig gestellte Fragen zu Heilung
In all den Jahren wurden Dr. Gammons viele Fragen über Heilung gestellt.
Wenn Sie irgendeine Frage haben, die hier noch nicht beantwortet worden ist, wen-den Sie sich bitte per E-Mail auf unserer Kontaktseite an uns, und Dr. Gammons wird sein Bestes tun, die Frage zu beantworten.
„Mein Sohn, merke auf Meine Rede und neige dein Ohr zu Meinen Worten. Lass sie dir nicht aus den Augen kommen; behalte sie in deinem Herzen, denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leibe" (Sprüche 4,20-22).
FRAGE 1
Ist es Gott, der den Menschen Krankheit schickt?
Einige zitieren 2. Mose 15,26: „Wirst du der Stimme des Herrn, Deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor Ihm, und merken auf Seine Gebote und halten alle Seine Gesetze, so will Ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die Ich den Ägyptern auferlegt habe; denn Ich bin der Herr, dein Arzt."
Auf ähnliche Weise übersetzen einige Bibelübersetzungen Jesaja 45,7: „Der Ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der Ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der dies alles tut."
Dennoch wissen wir, dass Gott nichts Böses schafft. Das Böse kommt nicht von Gott. Obwohl er Böses zulässt, veranlasst er es nicht, noch verursacht er Krankheit. Dr. Robert Young, der Autor von Youngs analytischer Konkordanz zur Bibel, der ein herausragender Lehrer für Hebräisch und Griechisch ist, stellt in seinem Buch „Hin-weise und Hilfen zur Interpretation der Bibel" fest, dass im 2. Mose 15,26 das Hebrä-ische, wörtlich genommen, bedeutet: "Ich werde zulassen, dass auf dich keine der Krankheiten gelegt werden, die Ich erlaubt habe, dass sie auf die Ägypter kommen, denn Ich bin der Herr, der dich heilt."
Hieran sehen wir, wie falsch in einigen Bibelübersetzungen übersetzt wird. Das aktive Verb im Hebräischen wurde als verursachendes Verb übersetzt, wohingegen es im zulassenden Sinn hätte übersetzt werden müssen. Wir dürfen uns nicht verwir-ren lassen bezüglich zulassen und anordnen. Gott lässt es zu, dass Menschen steh-len und töten, aber ganz sicher veranlasst er das nicht. Es besteht ein riesiger Unter-schied dazwischen, was Gott zulässt und was Gott ganz aktiv veranlasst. Gott veran-lasst keine Krankheit. 2
FRAGE 2
Gehört Krankheit zum Erlösungswerk? Ich habe Prediger gehört, die sagten, dass wir mit Christus in seinem Leiden verbunden sind zur Errettung der Welt, wenn wir Schmerzen und Krankheit erleiden. Ist das wahr?
Nein, das ist nicht wahr. Jesus‘ Tod am Kreuz war völlig ausreichend für unsere Erlösung. Unser eigenes Leiden kann dem wunderbaren Werk auf Golgatha nichts hinzufügen. Außerdem bedarf es keinerlei Zusatzes zu diesem wunderbaren Werk von Jesus.
Hier muss auch erwähnt werden, dass Jesus nicht über Krankheit und Gebrechen sprach, wenn er über das Leiden um des Evangeliums willen sprach. Ganz im Ge-genteil – er meinte die Verfolgung, die wohlmöglich diejenigen erdulden müssen, die ihr Leben gottgemäß leben. Jesus hat niemals irgendjemanden ermutigt, seine Krankheit als Geschenk Gottes zu akzeptieren. Überall da, wo ihm Krankheit und Gebrechen begegnet sind, betrachtete er diese als Feinde, von denen die Menschen freigesetzt werden sollten.
FRAGE 3
Als ich den Diener Gottes gebeten habe, mich mit Öl zu salben und für meine Heilung zu beten gemäß Jakobus 5,14-15, meinte dieser, dass der Brief des Ja-kobus an die Juden geschrieben sei und nicht an die Gemeinde. Ist das wahr?
Ich habe diesen Einwurf bei diesem Brief schon früher gehört. Einmal hat ein Pre-diger sogar vorgeschlagen, dass dieser Brief an die Juden für die Zeit der Trübsal geschrieben wurde. Er erklärte, dass das Wort „Gemeinde" in Jakobus 5,14 „Syna-goge" bedeute. Und dennoch stimmt das nicht. Das griechische Wort ist ekklésia, Gemeinde, und nicht sunagógé für Synagoge. Das Wort ekklésia kommt von ek „he-raus" und kaleo „rufen". Es bedeutet „diejenigen, die aus der Welt heraus zu Christus gerufen worden sind", ein Begriff, der in der Bibel für „Gläubige" gebraucht wird.
Jakobus richtet den Brief auch an „meine geliebten (agapetoi) Brüder" (Jakobus 1,16-19; 2,5), ein Begriff, der im Neuen Testament nur (und das ausschließlich) ge-braucht wird, wenn es sich um Christen handelt.
Der Gebrauch dieses Wortes bei Jakobus zeigt uns zweifelsfrei, dass dieser Brief an die Gläubigen von heute geschrieben ist. Die Bezugnahme auf die zwölf Stämme in der Zerstreuung war ein Bezug auf die christlichen Juden, die Teil der Gemeinde (ekklésia) geworden waren. 3
FRAGE 4
Warum sehen wir nicht ebenso viele Wunder hier im Westen wie in Afrika und in Asien?
Da ich viele Jahre in Afrika und Asien gearbeitet habe, sehe ich hier einige sehr bedeutsame Gründe. Zuerst einmal haben wir nicht ihren einfachen Glauben an das Wort Gottes. Wenn wir eine Verheißung von Gott finden, fragen wir uns häufig: „Ich möchte mal wissen, wie er das wirklich meint?" Wir fragen das eher, als dass wir Gott beim Wort nehmen.
Die Menschen in diesen Ländern leben so abhängig von Gott, wie wir im Westen das sehr wenig kennen. So wie ein Mann aus Asien vor kurzem zu mir sagte: „Wenn die Menschen bei euch krank sind, gehen sie sofort zu den Ärzten. Mich würde es den Lohn von acht Jahren kosten, wenn ich mich bei meinem Gesundheitszustand behandeln ließe. Wenn Gott mich nicht heilt, bin ich tot." Es passiert sehr häufig, dass wir uns erst an Gott wenden, wenn die Ärzte aufgeben! Und dann beten wir häufig eher aus Angst und Verzweiflung als aus Glauben. Außerdem sind wir so ra-tional veranlagt. Schon früh in unserem Leben werden wir gelehrt, dass Norden im-mer oben ist, und wir bilden ebenso genaue Vorstellungen über die meisten anderen Bereiche unseres Lebens. Es ist uns beigebracht worden, dass die geistliche Welt aus Märchen und Elfen besteht. Das behindert unser Denken nachteilig, so dass es passieren kann, dass sogar dann, wenn wir Zeuge eines Wunders geworden sind, in unserem Inneren der Gedanke hochsteigt, dass es „da eine natürliche Erklärung ge-ben muss."
Uns wurde als Kindern beigebracht, dass „sehen gleich glauben" ist. Das bedeu-tet, dass etwas dann existiert, wenn du es sehen kannst. Aber wenn du es nicht se-hen kannst, dann kann es nicht existieren. Bei einigen Dingen machen wir allerdings Ausnahmen, so z. B. bei Radiowellen. Warum? Weil die Wissenschaftler uns erzäh-len, dass diese Wellen existieren und erklären, dass der Sound in unserem Radio da herkommt. Es ist erstaunlich, dass die meisten westlichen Christen viel eher die Aus-sage eines Wissenschaftlers akzeptieren als das Wort Gottes. Heilung durch Glau-ben zu empfangen, bevor wir sie unmittelbar sehen, geht vollkommen gegen unseren Verstand. Auf diese Art und Weise verpassen wir oft Gottes Segnungen, die man im Glauben empfängt.
Ein weiteres Problem ist, dass wir so materialistisch eingestellt sind; alles dreht sich um dieses Leben. Die meisten Christen glauben, dass es wichtiger ist, hier auf der Erde Besitztümer zu erwirtschaften, als dass man in die Ewigkeit investiert und „sich einen Schatz im Himmel anlegt." Unser Verhalten bestätigt das. Und viele afri-kanische und asiatische Gläubige haben wenig mehr im Leben als ihren Glauben an Gott.
Wir sind auch so humanistisch gebildet, dass wir glauben, dass die menschlichen Errungenschaften die eigentliche Lösung für die Weltprobleme sind. Jahrelang haben 4
die Prediger darauf hingewiesen, dass mit den medizinischen Fortschritten in der Wissenschaft Wunder nicht länger erforderlich sind.
Wenn westliche Christen mit Krankheit konfrontiert sind, denken sie eher an Ärzte und Medizin als an Gebet. Gott ist gefragt, wenn die Medizin versagt!
Ich freue mich wirklich über all die großen Fortschritte, die die Medizin darin ge-macht hat, das Leiden der Menschen zu erleichtern; und ist es nicht doch erstaunlich, dass wir trotz allem noch kein Heilmittel für die ganz normale Erkältung gefunden haben! Der Mensch ist nicht Gott.
Es wird gesagt, dass viele Christen, die gesehen haben, wie andere geheilt wur-den und vielleicht sogar selbst Heilung erlebt haben, immer noch gegen Skeptizis-mus und Unglauben ankämpfen müssen. Wie notwendig ist es, von dem einfachen Glauben unserer kostbaren afrikanischen und asiatischen Brüder und Schwestern zu lernen.
Wir müssen erst diesen Unglauben verlieren, bevor wir den Durchbruch des Über-natürlichen erleben können.
Dennoch ändern sich die Dinge. Wenn wir auf dem Wort Gottes stehen, erleben wir immer mehr, dass es Wunder in unserem Land gibt. Vor kurzem sprach ich zu einer Versammlung von mehr als 3.000 Christen in London und fragte, wie viele von ihnen jemals ein Heilungswunder vom Herrn erlebt hatten. Mehr als ¾ der Menschen hoben ihre Hand, um so zu bekennen, dass sie eins erlebt hatten.
FRAGE 5
Aber es ist doch nicht wissenschaftlich, an das Übernatürliche zu glauben, nicht wahr?
In der Mitte des 17. Jahrhunderts führte René Descartes ein mathematisches Le-benskonzept ein, das das Denken der Menschen in Europa veränderte. Seine Lehre, dass „die Wirklichkeit vollständig aus dem Mechanischen hergeleitet werden könnte und wissenschaftlich erklärt werden könnte", war radikal. Descartes glaubte fest an Gott und betonte, dass es für Gott unmöglich sei, nicht zu existieren. Und dennoch dauerte es nicht lange, dass man seine Philosophie übernahm und Gott ausklammer-te.
Folglich leben wir in einer Gesellschaft, in der die Existenz Gottes entweder ge-leugnet oder als höchst unwahrscheinlich angesehen wird. Die Welt wird betrachtet als ein geschlossenes System, das von den Naturgesetzen regiert wird. Es ist traurig, dass in vielen Gemeinden die Dinge so gut organisiert sind, dass wir es nicht merken würden, wenn Gott nicht erschienen wäre.
Aber in Wirklichkeit gibt es keine Spannung zwischen dem Christsein und der Wissenschaft. Viele der größten Wissenschaftler waren überzeugte Christen. Glaube und Wissenschaft ergänzen sich in der Tat. Um wissenschaftliche Entdeckungen machen zu können, gehen oftmals viele Jahre voller Glauben an eine Theorie jedem 5
konkreten Beweis voraus, der irgendjemanden sonst überzeugen kann. Die Wissen-schaft ist häufig eine Übung in Glauben. Aber letztendlich glauben wir sowieso nur das, was wir wollen.
In Amerika wurde ein Mädchen von Epilepsie geheilt, an der sie seit zwanzig Jah-ren gelitten hatte. Während dieser Zeit waren ihr Drogen verordnet worden, um ihre Symptome unter Kontrolle zu bringen. Zusätzlich zu diesem „Defekt" in ihrem Gehirn hatte sie noch an Migräne-Kopfschmerzen gelitten, die sich durch keine wie auch dosierte Medikation erleichtern ließen. Diese Schmerzen waren so schlimm, dass sie etliche Schulwochen versäumt hatte und nicht in der Lage war, eine reguläre Arbeit durchzuhalten. Als man für sie betete, fühlte sie, dass etwas passierte. In der darauf-folgenden Woche wurden EEG- Tests gemacht: ihre Gehirnaktivitäten wiesen keiner-lei Einschränkung auf. Der Arzt schloss daraus, dass der Apparat nicht ordentlich funktionierte und ordnete einen weiteren Test an.
Der zweite Test zeigte auch keinerlei Anzeichen der früheren Krankheit, und so wurde ihre Medikation reduziert. Weitere Tests zwei Wochen später zeigten keinerlei Anzeichen von Epilepsie mehr, und so stoppte man ihre Medikation.
Ohne dass sie weitere Anfälle oder Kopfschmerzen gehabt hätte, waren ihre Ärzte zwei Jahre später noch immer beunruhigt. Das Erstaunliche an der Sache ist, dass sie ihrem Zeugnis, dass Gott sie geheilt hatte, nicht glaubten. Ihr westlicher Stand-punkt schloss die Möglichkeit von göttlichem Eingreifen aus. Eher schlossen sie, dass man bei ihr eine falsche Diagnose gestellt hatte und dass sie 20 Jahre hindurch falsch behandelt worden war. Diese gewissenhaften Ärzte würden es eher riskiert haben, für eine falsche Behandlung verklagt zu werden, als dass sie eingestanden hätten, dass es die Möglichkeit gäbe, dass Gott dazwischengetreten sei.
FRAGE 6
Wie denkst du über Skeptiker?
Die zweifelnden Pharisäer forderten ein Zeichen als Beweis für Jesus‘ Vollmacht und ignorierten die zahlreichen Zeichen, die um sie herum längst schon offensichtlich waren (Matthäus 16,1-4).
Es wird immer Menschen geben, die nicht glauben wollen. Das sollte uns nicht überraschen. Das war auch schon so zurzeit Jesus‘. Wie es ein skeptischer Arzt neu-lich im Fernsehen ausdrückte: „ Wenn ich nach einer Untersuchung keine Erklärung für das Wunder finden könnte, von dem gesprochen wird, würde ich an erster Stelle erst einmal schlussfolgern, dass die Anfangsdiagnose falsch war."
Wir werden niemals jeden Skeptiker überzeugen. Noch nicht einmal Jesus konnte das! Wenn unsere Philosophie über das Leben das Wunderbare ausschließt, werden wir immer wieder verneinen, dass Gott Wunder tut, auch wenn wir sie erleben. 6
Ist es denn nicht erstaunlich, dass die Pharisäer, als Jesus einen Blinden heilte, darüber nachdachten, wie sie den Blinden töten könnten, damit er kein Zeuge mehr sein könnte, anstatt dass sie ihr Denken geändert hätten.
Gottes Wirken macht einen Prediger nicht immer beliebt. In den 1970-ern sagten mir einige Pastoren hier in Großbritannien: „ Wir würden deine evangelistischen Ein-sätze unterstützen, wenn du darauf verzichten würdest, für Kranke zu beten." Aber Heilung ist doch ein entscheidender und untrennbarer Teil des Evangeliums, das uns Jesus aufgetragen hat zu verkündigen.
Jesus sagte: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird ver-dammt werden. Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben… auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden" (Markus 16,15-18).
Im Markus-Evangelium, in dem der vollständige Missionsbefehl von Jesus wieder-gegeben wird, sehen wir, dass das Auflegen der Hände auf Kranke eingeschlossen ist in Jesus‘ Missionsbefehl vor seiner Himmelfahrt.
Die Beschreibungen von Wundern bei unseren Heilungsversammlungen wurden allesamt zuerst von den Organisatoren unserer Veranstaltungen bestätigt, bevor sie in Druck gingen. Es ist keinesfalls unser Anliegen, Sensationsgeschichten mitzutei-len, sondern ehrliche und glaubwürdige Zeugnisse davon, was Gott getan hat. Ehr-lichkeit und Rechtschaffenheit sind entscheidend, denn ich gehe nicht leichtfertig um mit dem Segen und der Gunst Gottes auf diesem Dienst.
Und doch bleibt es sich gleich, wie viel Sorgfalt man auch anwendet, wird es doch immer die geben, die denken, dass sie erklären können, was Gott getan hat. Wenn die Dinge nicht in unsere Philosophie oder Theologie passen, versuchen wir, ihre Offensichtlichkeit zu leugnen, anstatt unseren Glaubensansatz zu ändern.
Natürlich müssen wir manchmal das Wort der Menschen als gegeben annehmen, ass sie geheilt worden sind, obwohl die Begeisterung und die Tränen, die gewöhnlich fließen, offensichtlich zeigen, dass Gott etwas getan hat. Oft schreiben Menschen Wochen, Monate und manchmal Jahre später und bestätigen, dass wirklich ein Wun-der stattgefunden hatte.
Wer regelmäßig unseren Freundesbrief bekommt, weiß, dass die Zeugnisse von unseren Evangelisationen überall in der Welt gewöhnlich sagen, dass die, deren Au-genlicht z. B. wiederhergestellt wurde, bezeugt haben, dass sie vorher blind waren, aber nun sehen können. Wir verlangen nicht, dass sie sagen, dass sie geheilt wur-den, sondern sie kommen und berichten uns, was Gott getan hat.
Manchmal habe ich sogar die Umstehenden gefragt: „Wie viele wussten, dass er blind gewesen ist?", als beispielsweise in Tansania ein blinder Bettler geheilt wurde. Jeder der Anwesenden hob seine Hand.
Das gleiche spielte sich in Zimbabwe ab, als ein taubes Kind geheilt wurde und ei-ne große Gruppe seiner Freunde bestätigte, dass es zuvor nicht hören konnte. Ge-7
wöhnlich sind Freunde, Nachbarn und Familienangehörige anwesend, um die Hei-lungen zu bestätigen.
Bei einer anderen Gelegenheit ermutigte ich den Mann einer Frau, ihr ins Ohr zu flüstern: „Ich liebe dich." Sie war seit ihrer Geburt auf diesem Ohr taub. Die Freude und die Tränen, die flossen, als sie ihre Arme um ihn schlang und auch sagte: „Ich liebe dich" waren Beweis genug, dass ein Wunder stattgefunden hatte.
Wie es eine muslimische Krankenschwester auf den Punkt brachte, als sie bei ei-nem unserer Missionseinsätze dabei war: „Ich habe den Berichten, die ich gehört habe, nicht geglaubt. Ich habe nicht geglaubt, dass diese Dinge überhaupt passieren könnten. Aber jetzt habe ich es mit meinen eigenen Augen gesehen. Nun muss ich glauben."
Das ist einer der Gründe, weshalb wir versuchen, unsere Evangelisationen in Übersee auf Video aufzunehmen. Viele in unserem eigenen Land haben es niemals erlebt, dass Blinde wieder sehen können, dass die Tauben hören können und dass die Lahmen gehen können. Wenn wir hier solche Wunder sehen wollen, müssen wir unseren Glauben vermehren.
In den Videos wird etwas von der Begeisterung festgehalten über das, was Gott tut. Viele Skeptiker sind weggegangen als Bekehrte, wenn sie bei unseren Evangeli-sationen mit dabei waren.
Eine ständig wachsende Anzahl von Menschen aus dem westlichen Teil der Erde beginnt die Wirksamkeit des Materialismus und der Logik anzuzweifeln. Ein stark ansteigendes Interesse am Okkulten und an New Age Religion ist zu verzeichnen. Wenn es der Kirche nicht gelingt, ihren Glauben wirklich an Gottes Wort zu orientie-ren und dadurch Gottes wunderwirkende Kraft zu erfahren, kann es passieren, dass wir diese Generation nicht erreichen, die hungrig ist nach spirituellen Erfahrungen.
FRAGE 7
Ich habe für mich beten lassen, wurde aber nicht geheilt.
Wieso nicht? Die Menschen fragen oft: „Warum wurde ich nicht geheilt?" Ohne dass Gott uns dazu Gründe offenbart, können wir keinen speziellen Grund dafür be-nennen. Viele Hindernisse sind möglich, und deshalb ist es gut, unsere Herzen zu erforschen und den Heiligen Geist danach zu fragen, ob es Hinderungsgründe gibt. Okkulte Verstrickungen in der Vergangenheit können ein Grund sein, weshalb wir die Heilung nicht empfangen können, oder ebenso kann Sünde in unserem Leben uns behindern, Heilung zu empfangen. Furcht, Sorgen und Groll können auch den Fluss der göttlichen Heilung blockieren. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass auch Unglauben häufig dazu beiträgt, dass unsere Gebete nicht beantwortet werden. Wir sollten nicht herumgehen und andere des Unglaubens bezichtigen, sondern un-ser eigenes Herz überprüfen. 8
Einige Gläubige werden wegen falscher Lehre nicht geheilt. Viele glauben, dass Krankheit und Schmerzen von Gott gesandt sind, um sie zu züchtigen oder um sie seinem Willen gegenüber gehorsam zu machen. Erstaunlicherweise haben sie des-halb um Geduld gebetet, um Gottes Willen gegenüber gehorsam zu sein, anstatt dass sie um Heilung gebetet haben. Die Ironie dabei ist, dass viele von ihnen sofort den Arzt aufgesucht haben, um Medikamente zu bekommen. Ist das etwa Gehorsam Gottes Willen gegenüber? Du wirst niemals geheilt werden, solange du denkst, dass Gott dich krank haben will. Viele kostbare Heilige können das Gebet des Glaubens für Heilung nicht beten, weil sie denken, dass es Gottes Wille ist, dass sie krank sind. Da diese falsche Lehre in der Kirche so vorherrschend gewesen ist, sollte es uns nicht überraschen, dass viele nicht geheilt worden sind. Zum Glück ändern sich die Dinge, und wenn wir immer weiter auf dem Wort Gottes stehen, werden wir immer mehr Wunder sehen.
Manchmal allerdings müssen wir einfach nur im Glauben fest dranbleiben, nach-dem wir unser Herz durchforscht haben, um festzustellen, dass es da keine Sünde oder eine andere persönliche Blockade gibt. Wie wir gesehen haben, wird nicht jeder augenblicklich geheilt. Meine eigene Erfahrung lehrt mich, das die meisten der Wun-der, die ich bekommen habe, passiert sind, als ich mich auf Gottes Verheißungen gestellt habe und im Glauben festgehalten habe, bis ich vollständig geheilt wurde.
FRAGE 8
Wie behindert Unglauben bereits beantwortete Gebete?
Ich glaube, dass der hauptsächliche Hinderungsgrund, heutzutage Wunder zu se-hen, der Unglaube ist. Jesus sagte: „Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen" (Matthäus 24,35). Und dennoch zweifeln Christen so oft an Gottes Wort und an seinen Verheißungen. Unglauben begrenzte Gott in der Heimatstadt von Jesus: „Und Jesus konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass Er wenigen Kranken die Hand auflegte – wegen ihres Unglaubens" (Markus 6,5+6).
Ist es nicht erstaunlich, dass uns die Bibel sagt, dass es Dinge gab, die der Sohn Gottes „nicht tun" konnte? Wenn das ein Prediger gesagt hätte, wäre er angeklagt worden, ein Ketzer zu sein. Aber es handelt sich um das Wort Gottes, in dem das steht. Unser Unglaube hindert Gott am Wirken.
Natürlich kann Gott alles tun. Er ist ein souveräner Gott. Aber in seiner Souveräni-tät hat er sich dafür entschieden, Dinge zu tun, wenn jemand glaubt. Als souveräner Gott hat er jedes Recht, das zu tun. Viele Jahre, in denen gepredigt wurde, dass Gott heute keine Wunder mehr vollbringt oder dass wir nicht mehr erwarten können, dass er Wunder tut, haben eine Atmosphäre des Unglaubens in unserem Land hinterlas-sen, die unsere Gebete so häufig daran hindert durchzubrechen. Das Wort Gottes ist klar. Die Wunder, die Jesus tat, waren nicht nur Gottes souveränes Handeln, wo er tat, was immer er auch wollte. Er antwortete auf Glauben. Glauben an die Verhei-9
ßungen von Gottes Wort ist unbedingt wichtig, um Antworten auf unsere Gebete zu bekommen (Markus 11,2; Matthäus 21,21; Markus 9,23; Matthäus 9,29). Als die Jünger fragten, warum sie nicht in der Lage gewesen waren, den Dämon aus dem Kind auszutreiben, sagte Jesus: „wegen eures Unglaubens" (Matthäus 17,20).
Es ist Zeitverschwendung, für Heilung zu beten, um zu sehen, „ob es auch wirkt". Die Bibel sagt uns, wir sollen „im Glauben bitten, ohne Zweifel. Denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas vom Herrn empfangen werde" (Jakobus 1,6-7).
Für diejenigen, die denken, dass die Tage der Wunder vorbei sind, sind sie auch wirklich vorbei. Denn Jesus sagte: "Euch geschehe nach eurem Glauben" (Matthäus 9,29). Zeichen werden „denen folgen, die glauben" (Markus 16,16-20). Es gibt eine Atmosphäre des Unglaubens in vielen Ländern und Gemeinden, die uns daran hin-dert zu sehen, wie dynamisch und übernatürlich Gott sich bewegt und wie sehr er möchte, dass wir das bemerken. Es ist Zeit zu realisieren, dass unser Unglaube Sünde ist. Unglaube nennt Gott einen Lügner. Damit sagt man: „Ich weiß, dass du gesagt hast, dass du diese Dinge tun willst, aber ich glaube nicht, dass du das tun wirst." Die einzige Auflösung für Sünde ist bereuen und um Vergebung zu bitten. Da-nach können wir im Gebet in Gottes Wort gehen, um Glauben zu bekommen, damit wir unsere Heilung empfangen.
FRAGE 9
Wir haben damit angefangen, in unserer Gemeinde für Kranke zu beten, aber bis jetzt sind nur einige wenige geheilt worden. Warum?
Manchmal werden nur wenige geheilt, wenn die Pastoren zwar für die Kranken be-ten, aber nicht kühn über Jesus‘ Heilungskraft predigen, wodurch der Glaube der Menschen aufgebaut wurde, wodurch sie dann ein Wunder empfangen können. Ich werde manchmal von den Pastoren gefragt: „Wie soll ich anfangen, für die Kranken zu beten?" Ich antworte dann gewöhnlich: „ Mach‘ das nicht. Fang‘ an, den Kranken zu predigen." Es gibt hierbei ein sehr wichtiges Prinzip. Tausende wurden in den Veranstaltungen von F.F. Bosworth geheilt. Während seines Lebens erhielt er mehr als 220.000 schriftliche Zeugnisse von Menschen, die auf wunderbare Weise geheilt worden waren. Es war an der Tagesordnung, dass sie nach seinen Veranstaltungen die Rollstühle und Krücken mit Lastwagen wegtransportierten. Während seiner Evangelisationsveranstaltungen predigte er an den ersten drei Tagen, um den Glau-ben der Menschen aufzubauen, bevor er für jemanden betete. Er sah die Notwendig-keit, sich zuerst um den Unglauben der Menschen und ihre falschen Glaubensinhal-te, (die zum Unglauben geführt hatten), zu kümmern, bevor er für sie betete. Ihm war klar, dass sie andernfalls im Unglauben zum Gebet kämen und dann nur enttäuscht heimgehen würden, nämlich ohne Heilung empfangen zu haben, und indem sie es auf Gott schieben würden. 10
Viele Pastoren fürchten sich davor, Gottes Wort zu diesem Thema kühn zu predi-gen. Da es aber so viele negative Predigten gegen Wunder und Heilung gegeben hat, ist es unbedingt nötig, dass wir diese Irrlehren durch positive Predigten zu Got-tes Wahrheit zerstören – andernfalls brauchen wir überhaupt nicht zu beten. Es ist das Gebet des Glaubens, das die Kranken rettet, nicht nur irgendein Gebet (Jako-bus 5,15). Uns wurde beigebracht, dass der Herr das Wort durch nachfolgende Zei-chen bestätigt (Markus 16,20). Das Wort muss an erster Stelle stehen.
Wenn das Wort Gottes zu diesem Thema gepredigt wird und es die Leute glau-ben, wird Glauben entstehen, so dass sie Heilung empfangen. Wir müssen Gottes Wort in Einfachheit predigen. Wenn Gott es so sagt, dann meint er es auch so! Got-tes Verheißungen brauchen keine Auslegung, es benötigt nur unseren Glauben. Die Bibel ist nicht von studierten Theologen geschrieben worden; sie wurde auch nicht für Theologen geschrieben; sie wurde von einfachen Gläubigen für einfache Gläubi-ge geschrieben.
Ich habe einen Freund, der von Gott in der ganzen Welt auf mächtige Art und Weise gebraucht worden ist, indem 10.000e errettet und geheilt wurden. Bevor die-ser fruchtbringende Dienst begann, war er ein Missionar, der es nicht erlebte, dass jemand für Christus gewonnen wurde. Eines Tages sprach Gott zu ihm und sagte: „Warum predigst du nicht mein Wort?" Er sagte: „Herr, aber ich predige dein Wort doch jeden Sonntag." Gott sagte: „Nein, das tust du nicht. Du erklärst mein Wort, du sprichst über mein Wort, du legst mein Wort aus. Warum predigst du nicht einfach nur mein Wort?"
So fing er an, es kühn zu predigen, so wie es geschrieben war; wenn er las: "Wenn ihr etwas in Meinem Namen erbittet, werde Ich es tun", predigte er das. Bald darauf geschahen Wunder, und es kamen plötzlich viele zu Christus. Der Herr hat ihn und seine Frau seitdem in der ganzen Welt gebraucht, damit 10.000e errettet und geheilt werden konnten.
Viele Christen stürzen sich sofort auf die erste Heilungsreihe, wenn sie krank sind. Aber im Neuen Testament hatten viele Menschen, die geheilt wurden, Jesus zuerst predigen gehört. Die übliche Vorgehensweise war, das Wort zu predigen und dann die Kranken zu heilen. Es hat keinen Sinn, für Menschen zu beten, bevor ihr Glaube aufgebaut worden ist. Viele Christen sollten eher sagen: „Lehre mich Gottes Wort, damit ich mit Gott zu-sammenarbeiten kann, um ein Wunder zu bekommen", statt dass sie sagen: "Bete für mich." Bevor der Herr Lazarus heilte, sagte er: „Hebt den Stein weg!" (Johannes 10,38). Dieser riesige runde Stein war wie ein gigantischer Punkt. Lazarus ist tot – Jesus sagte: „Hebt den Stein weg!" Beachtet, dass Jesus den Stein nicht wegrollte. Es liegt in unserer Verantwortung, dass wir unseren Unglauben loswerden. Der Unglaube ist daher gekommen, dass wir Bücher gelesen haben und Menschen und Predigern zu-gehört haben – also müssen wir uns davon freimachen. Erst wenn wir den Stein des Unglaubens weggerollt haben, können wir ein Wunder empfangen. 11
Wir müssen erkennen, dass Unglauben Sünde ist. Unglaube nennt Gott einen Lügner. Unglaube sagt: „Ich weiß, dass du gesagt hast, dass du diese Dinge tun willst, aber ich glaube nicht, dass du sie tatsächlich tun wirst." Es gibt nur eine Ant-wort auf Sünde, nämlich Reue. Wir müssen Gott bitten, uns unseren Unglauben zu vergeben, und anfangen, seinem Wort zu glauben.
Jedenfalls werden sich erst dann die Dinge ändern. Wenn sich die Gemeinde Je-sus´ Christi dieser Botschaft des Glaubens immer mehr öffnet, werden wir auch im-mer mehr Wunder erleben. Vor kurzem habe ich einige Veranstaltungen hintereinan-der in England abgehalten, zu denen 2.000 Menschen gekommen sind. Bei der zwei-ten Veranstaltung gaben mehr als 500 der Anwesenden zu, dass sie gerade in der vorherigen Veranstaltung körperlich vom Herrn geheilt wurden! England ist nicht ge-rade bekannt für großen Glauben!
FRAGE 10
Warnt die Bibel nicht davor, dass Wunder auch von der Gegenseite benutzt werden?
Ja, das tut sie. Das ist einer der Gründe, weshalb wir die Lehre anschauen müs-sen, die bei diesen Veranstaltungen verbreitet wird. Ermutigt dich der Diener Gottes, deinen Glauben in Jesus zu setzen? Ermutigt er dich dazu, Gottes Wort zu studieren und zu glauben? Ist seine Lehre vom Wort Gottes her klar, oder brauchst du „speziel-le Offenbarungen" des Predigers, um Glauben aufrecht zu erhalten? Spricht er von Jesus als dem Heiler oder behauptet er, selbst Heilungskraft zu haben? Der Feind schwappt herein wie eine Flut, und wir müssen zurückkommen auf eine bibelzentrier-te Lehre. Die Magier des Pharao waren in der Lage, einige wundersame Dinge zu produzieren, die denen ähnelten, die Gott durch Mose geschehen ließ. Deshalb sollte man jeden Dienst zurückweisen, der von der Gottheit von Christus abweicht wie auch vom allumfassenden Opfer auf Golgatha und von der Errettung aus Gnade durch Glau-ben.
Beispielsweise ist Spiritismus die Fälschung von wahrer Heilung im Namen Je-sus‘. Die Bibel verurteilt ganz klar die Versuche, mit Toten Kontakt aufzunehmen (5. Mose 18, 9-13). Viele suchen Spiritisten auf, um körperlich geheilt zu werden, und werden gefangen in geistlichen Bindungen. Jeder, der jemals bei einem Geistheiler war, muss darüber Buße tun und den Herrn bitten, von den Auswirkungen in Jesus‘ Namen freigesetzt zu werden. Es gibt nur einen wahren Heiler, und sein Name ist Jesus. Schaut nicht auf einen Mann oder eine Frau, um geheilt zu werden. Aus diesem Grund verwenden die Christen nicht den Ausdruck „Glaubensheilung". Wir glauben an „göttliche Heilung", denn Jesus ist der Heiler.
FRAGE 11 12
Bedeutet der Wunsch nach Wundern, dass man keine Ahnung hat?
Nein, denn dadurch kommt zum Ausdruck, wie sehr wir Menschen uns wünschen, mit dem unsichtbaren Gott etwas zu erleben. Gottes Absicht und sein Plan für die Menschheit von Anbeginn an war es, mit dem Menschen Gemeinschaft zu haben. Da wir in Gottes Ebenbild geschaffen sind, können wir als Mann und Frau niemals volle Zufriedenheit ohne ihn finden. Die Menschheit ist ganz instinktiv auf der Suche nach Gott, ganz gleich ob sie das nun zugibt oder ob sie sich dessen überhaupt be-wusst ist. Das menschliche Leben hat einen göttlichen Zweck, und bis dieser Zweck entdeckt worden ist, gibt es ein Vakuum, eine Leere. Da wir die Nachkommen eines wunderwirkenden Gottes sind, haben die Menschen einen Hunger in sich danach, Wunder zu erleben. Diese Sehnsucht nach dem Wunderbaren ist tief verankert in jedem menschlichen Wesen, unabhängig von Nationalität oder sonstigem Hinter-grund. Jesus zog die Mengen an durch Wunder, und wo immer auch Wunder in sei-nem Namen heutzutage gewirkt werden, ist es weiterhin so, dass die Mengen ange-zogen werden.
FRAGE 12
Einige Diener Gottes und auch Doktoren haben sich gegen göttliche Heilung gestellt, weil einige der Menschen, die für sich haben beten lassen, enttäuscht waren.
Wie ist deine Reaktion hierauf? Nicht jeder, der für sich beten lässt, um Heilung zu bekommen, wird sofort geheilt. Häufig müssen wir im Glauben dranbleiben, bevor wir die Heilung erhalten. Deshalb wäre es dumm, wenn wir Wunder nur danach beurtei-len, ob es sofort Erfolge gibt. Und lasst uns doch auch nicht vergessen, dass Ärzte täglich Millionen von Menschen „enttäuschen". Fast jeder auf dem Friedhof war zuvor bei einem Arzt gewesen! Einige Diener Gottes, die göttliche Heilung ablehnen, weil einige nicht geheilt werden, lehnen es vollkommen ab, den Menschen mit göttlicher Heilung zu dienen. Das heißt dann, dass keiner mehr geheilt werden kann! Wo bleibt die Barmherzigkeit oder der Gehorsam gegenüber der Schrift? Es werden auf alle Fälle viel mehr Menschen geheilt, wenn wir ihnen mit Heilung dienen, als wenn wir das nicht tun!
FRAGE 13
Warum sagst du, dass Gott Gesundheit möchte?
Im 3. Johannes,2 heißt es: "Mein Lieber, ich wünsche, dass es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht." Gott hat sogar unse-ren Körper so geschaffen, dass er gesund sein soll. Sobald ein Erreger in unseren Körper eindringt, beginnt die Natur damit, sich dagegen zu wehren. Wenn wir uns einen Knochen brechen oder in den Finger schneiden, tut unser Körper sein Bestes, dass das geheilt wird, und meistens gelingt es auch, solange unser Körper noch gut funktioniert. Hat Gott unserem Körper befohlen, gegen seinen Willen zu rebellieren? 13
Wenn Krankheit der Wille Gottes wäre, dann wäre jeder Arzt in Rebellion gegen ihn, und jede Krankenschwester würde sich über den Allmächtigen hinwegsetzen. Jedes Krankenhaus wäre ein Haus der Rebellion anstelle eines Ortes der Barmherzigkeit. Wenn Krankheit der Wille Gottes ist, dann müssten wir die Krankenhäuser schließen, anstatt dass wir sie unterstützen! Aber ich glaube, dass sich die Bibel klar dazu äußert, dass Gott für Gesundheit ist.
FRAGE 14
Sollten wir nicht unsere Krankheit als ein Geschenk Gottes akzeptieren?
Eine derartig fatalistische Einstellung können wir im Buddhismus, Hinduismus und vielen anderen Weltreligionen finden, aber nicht in der Bibel. Nirgends in der Schrift finden wir, dass Jesus Menschen ermutigt, „ihre Krankheit als ein Geschenk von Gott" anzunehmen oder sie „zu seiner Ehre zu ertragen". Nirgends finden wir, dass Jesus dafür ist, dass wir durch Krankheit „vervollkommnet" werden sollen. Jesus begegnete Krankheit niemals passiv. Er sah Krankheit niemals als einen Freund an, den man willkommen heißen sollte, sondern als einen Feind, der zu be-kämpfen sei. Jesus sah Krankheit als Bedrückung durch den Teufel an und heilte alle, die im Glauben zu ihm kamen. „Wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit Heiligem Geist und Kraft; der ist um-hergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit Ihm" (Apostelgeschichte 10,38).
FRAGE 15
Jesus heilte nicht alle Kranken in Israel, nicht wahr?
Es stimmt, dass Jesus nicht alle Kranken in Israel heilte, aber es gibt keine Aus-sagen darüber, dass er jemals jemanden abgewiesen hat, der zu ihm im Glauben kam.
FRAGE 16
Benutzt Gott Krankheit nicht manchmal dazu, uns zu erziehen?
Krankheit kann daher kommen, dass wir gesündigt haben, aber sogar wenn das der Fall ist, sollte sie nur so lange dauern, wie die Sünde dauert. Paulus verdeutlichte das an der Krankheit und dem Tod von einigen Mitgliedern der Gemeinde in Korinth; all das war das Ergebnis ihrer Sünde (1. Kor 11,27-31). Und dennoch war es nicht Gottes Absicht, dass die Korinther ihre Krankheit passiv akzeptieren sollten, sondern dass sie vielmehr aufhören sollten zu sündigen und dann geheilt würden. Es war nicht Gottes Wille, dass sie alle krank waren und sogar gestorben waren. Es war sein Wille, dass sie sich selbst richten sollten, seine Vergebung suchen und dann Heilung bekämen. 14
Auch war es nicht Gott, der ihnen die Krankheit auferlegt hatte. Paulus sprach da-von, dass sie „dem Satan übergeben werden sollten", damit ihre Leiber zerstört wür-den, aber ihre Seelen gerettet werden könnten. Wenn wir uns zum Ungehorsam ent-schließen, treten wir aus Gottes schützender Hand heraus und machen uns angreif-bar für die Attacken des Feindes, der herumläuft, um zu töten, zu stehlen und zu zer-stören. Als Jesus dem Gelähmten begegnete, sagte er nicht zu ihm, dass Gott ihn strafen wollte oder predigte ihm lange etwas über die Sünden des Mannes. Stattdes-sen vergab er dem Mann und wies ihn an, aufzustehen und zu gehen. Zu dem Mann am Teich Betesda sagte Jesus: „Sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre" (Johannes 5,14).
Einige haben gelehrt, dass Krankheit Gottes Strafe in unserem Leben ist, aber die Strafe von Eltern hat nur Sinn, wenn das Kind auch versteht, wofür sie ist. Ein Kind zu wiederholten Malen zu schlagen, ohne ihm zu sagen, wofür, hat keinerlei Erzie-hungswert, sondern führt nur dazu, dass das Kind dem Elternteil gegenüber Wider-stand empfindet. Es ist unzumutbar, einem Gläubigen mit einer chronischen Krankheit vorzuschlagen, dass er von Gott erzogen werden soll, wenn der Gläubige sein Herz ehrlich durch-forscht hat und nicht glaubt, dass er Gott irgendwie ungehorsam ist. Was viele Chris-ten „einen Segen von Gott" genannt haben, würde in der normalen menschlichen Familie als Kindesmissbrauch bezeichnet. Welcher Vater oder welche Mutter würden ihrem Sohn oder ihrer Tochter Krebs auferlegen, um deren Stolz zu bändigen? Krankheit ist nicht von Gott.
Die Prediger, die versuchen, die Kranken damit zu trösten, dass sie ihre Krankheit als einen Segen von Gott akzeptieren sollen oder sagen, dass Gott sie durch die Krankheit etwas lehren will, bieten keinerlei Trost an und haben diese Auffassung über Krankheit ganz gewiss nicht von Jesus.
FRAGE 17
Was denkst du, woher die Auffassung kommt, dass Krankheit gut für uns ist und einen heiligenden Effekt hat?
Die Verfolgung der Gemeinde durch die Römer hörte während der Zeit Konstan-tins auf, als Kirche und Staat vereinigt wurden. Das beunruhigte Viele, denn sie stell-ten fest, dass die geistlichen Maßstäbe heruntergefahren wurden, als das Christen-tum die Staatsreligion für Rom wurde. Viele flohen in die Wüste, um mönchische Entsagung zu praktizieren. Sie beschlossen für sich, dass man sich selbst kasteien müsse, wenn der Staat das nicht mehr tue. Asketisches Verhalten wie allzu langes Fasten, sich den Elementen auszusetzen, Schlafentzug, Auspeitschen usw. wurde fälschlicherweise gleichgesetzt mit dem Leiden für den Glauben. Das griechische Denken, dass der 15
Körper vom Geist getrennt ist und deshalb das vorherige Denken böse war und geändert werden sollte, machte sich in der Gemeinde breit. Das verzerrte Denken, dass alles, was das Wohlbefinden des Körpers und sein Wohlfühlen hinderte, wie eben Krankheit, „gut für die Seele" wäre, wurde immer stärker akzeptiert.
Schon bald wurde die Auffassung, dass Krankheit einen heiligenden Effekt habe, in der Kirche fest verankert. Krankheit wurde nicht länger als Feind betrachtet, den man bekämpfen sollte, so wie Jesus sich verhielt und seine ersten Jünger. Vielmehr wurde der mögliche Gewinn aus der Krankheit betont. Das wurde so stark, dass sol-che Aufforderungen wie in Jakobus 5,13-18, die zum Gebet für die Kranken und für ihre Salbung ermutigten, damit es ihnen gut gehe, zur „letzten Ölung" wurden! Anstelle von Gebet, damit dem Kranken geholfen werde (Jakobus 5,15), wurde es so betrachtet, dass die notwendige „Heilung" nur für die Seele wäre als Vorbereitung auf den Tod.
Im 16. Jahrhundert wurden die folgenden Worte Bestandteil des Besuches bei den Kranken: „ Wie auch immer deine Krankheit sein mag, wisse, dass sie eine Heimsu-chung Gottes ist." Dieses Denken war so tiefsitzend, dass viele der Puritaner in Neu England die Vorsorge gegen Pocken ablehnten auf dem Hintergrund, dass Krankheit zu Gottes Fürsorge gehöre und dass man sich gegen seinen Willen wende, wenn man sich vor der Krankheit schütze. Dieses unbiblische Denken gilt heute noch für viele in den Gemeinden. So entsteht die allgemein übliche Situation, dass Christen Gebet für Heilung ablehnen, wenn sie krank sind, weil sie denken, dass es Gottes Wille sein muss, wenn sie krank sind. Trotzdem suchen sie Ärzte auf und unterzie-hen sich Operationen.
FRAGE 18
Lehrt uns das Neue Testament nicht, dass Christen leiden müssen?
Die Bibel lehrt, dass Gläubige, die Gott vertrauen, ziemlich sicher für ihren Glau-ben leiden müssen. Allerdings sind das Leiden für den Glauben und körperliche Krankheit im Neuen Testament niemals gleichzusetzen. Im Neuen Testament bezieht sich leiden immer auf Verfolgung, die durch Menschen oder Dämonen bewirkt wurde. Das griechische Wort für „leiden" in unseren Bibeln ist „pascho". Dieses Wort erscheint 65mal im Neuen Testament. Nicht ein einziges Mal wurde es im Zusammenhang mit Krankheit benutzt. Nur ein einziges Mal bezieht es sich auf leiden im körperlichen Sinn bei dem Epileptiker, wo die Krankheit einem Dämon zugeschrieben wird (Matthäus 17,15). Da wo dieses Wort in Markus 5,26 gebraucht wird, „die Frau hatte viel erlitten", bezieht sich das Wort nicht auf die Krankheit der Frau, sondern auf ihre Behandlung durch die Ärzte!
Verfolgung können diejenigen erleiden, die Christus kühn bekennen (Apostelge-schichte 4,1-22; 5,40-42, 7,54; 8,3; 14,19-20). Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht darum beten sollten, von der Verfolgung freigesetzt zu werden; auch die frühe Gemeinde tat das (Apostelgeschichte 12,5). Gelegentlich wurden Einzelne auf 16
wunderbare Weise freigesetzt, zu anderen Zeiten nicht und ertrugen ihr Leiden mit Freude und jubelten, weil „ sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden" (Apostelgeschichte 5,41).
Obwohl das deutsche Wort „leiden" die Bedeutung von Krankheit mit einschließen kann, ist es dennoch zur Zeit des Neuen Testamentes nicht so verwendet worden. Leiden und Krankheit wurden als sehr verschieden voneinander betrachtet. Niemals hat Jesus in der Lehre oder bei seiner Tätigkeit Krankheit angepriesen oder jeman-dem gegenüber behauptet, dass sie unvermeidbar oder gar nützlich sei. Nirgends legte Jesus jemandem Krankheit auf, um etwas Höheres zu erfüllen; ganz im Gegen-teil – er heilte Menschen zu diesem Zweck (z. B. Johannes, Kap. 9). Für Jesus war Krankheit ein Feind und kein Freund. Seine Antwort war zu heilen.
FRAGE 19
Sollte ein Christ Ärzte aufsuchen?
Danke Gott für den Berufsstand der Ärzte. Einige meiner Freunde und Unterstüt-zer sind Ärzte. Obwohl sich in der letzten Zeit einige Praktiken eingeschlichen haben, die okkulten Ursprungs sind wie Hypnose und Akupunktur, mit denen sich Christen nicht behandeln lassen sollten, bin ich Gott dankbar für die meisten medizinischen Entdeckungen, die die Menschheit gemacht hat. Ärzte und Krankenschwestern sind auf der Seite der Gesundheit genau wie Gott. „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen:" Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken" (Lukas 5,31). Gott heilt auf vielerlei Art und Weise, auch durch die Behandlung von Ärzten. Ich schätze Ärzte, weil sie an Heilung glauben und daran, dass es den Menschen gut gehen soll. Ärzte sind gegen Krankheit, so wie ich glaube, dass es auch Gott ist. Es gibt einige traurige und tragische Geschichten von Christen, die völlig gegen die me-dizinische Wissenschaft eingestellt sind. Ich sehe keinen Widerspruch zwischen Got-tes Heilungskraft durch Glauben und Gebet und die Bemühungen der Ärzte, Heilung zu bringen.
FRAGE 20
Sollte ich jetzt, wo für mich gebetet worden ist, meine Tabletten weglassen?
Nur der Herr kann diese Art Anweisung geben. Du wirst sie schließlich nicht mehr brauchen, wenn es dir körperlich wieder gut geht. Die Tatsache, dass du diese Frage stellst, zeigt ziemlich sicher auf, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, das zu tun. Der richtige Zeitpunkt dafür ist dann gekommen, wenn du vollkommenen Frieden in deinem Herzen hast, dass Gott will, dass du das tust, nicht, wenn du darüber Zweifel hast. Das zu tun ohne klare Anweisung des Herrn wäre nicht weise. Wenn der Herr dich führt, etwas zu tun, dann hast du vollkommenen Frieden darüber. Es ist der Teu-fel, der versucht, uns zu etwas zu bringen, weil wir uns sonst verdammt fühlen wür-den. Obwohl wir Schritte im Glauben tun wollen, muss auch der Zeitpunkt dafür stimmen; wir sollten nichts tun, was unser Zeugnis beschädigen könnte. Wenn die 17
Medikamente für eine ernste Krankheit sind oder über einen längeren Zeitraum ein-genommen worden sind, ist es auf alle Fälle gut, einen Arzt aufzusuchen, der Christ ist, wenn das möglich ist. Wenn ihr den Herrn sucht, kann er euch zeigen, was so-wohl für dich wie auch zu seiner Ehre das Beste ist. Es ist wirklich sehr aufregend, wenn jemand geheilt worden ist und derjenige herausfindet, dass er eine negative Reaktion auf die Einnahme der Medikamente bekommt; oder wenn weitere medizini-sche Untersuchungen zeigen, dass seine Tabletten nicht mehr weiter nötig sind.
FRAGE 21
Worauf basiert es, dass einige behaupten, dass Wunder und Heilungen mit dem Tod der ersten Apostel aufgehört haben oder als die Bibelniederschrift abgeschlossen wurde?
Ich habe Bücher zum Thema des Heilungsdienstes gelesen, aber nicht eine einzi-ge Schriftstelle gefunden und auch kein einziges Argument aus der Bibel oder auch nur einen Vers, woraus hervorgeht, dass Wunder und Heilung aufhören würden. Der einzige Vers, den einige benutzt haben, um zu sagen, dass bestimmte Gaben des Geistes nicht mehr vorhanden wären, ist 1. Korinther 13,8, wo es heißt: „Wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird." Behaupten wir, dass die Erkenntnis aufgehört hat? Der Vers 12 fahrt folgendermaßen fort: „Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin." Ist das bereits eingetreten? Einige behaupten, dass das ein Hinweis wäre auf die Vervollständigung der Hl. Schrift; aber Paulus hat-te keine Ahnung davon, dass zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft seine Schriften mit anderen zusammengefügt würden, um daraus das Neue Testament zu machen. Er bezog sich nicht auf ein prophetisches Ereignis, sondern auf ein Ereignis, dessen sich die Korinther bewusst waren; eine Zeit, zu der alle Geheimnisse ihres Herzens offengelegt würden und sie gesehen und verstanden würden, wie das nur Gott kann. Dies ist ein Vers, den die meisten Gläubigen sehen als klaren Hinweis auf das Wie-derkommen von Jesus Christus. Dann werden wir keine Prophetie mehr benötigen, die jetzt noch zur Ermahnung, zur Erziehung und zur Erbauung und zur Tröstung nötig ist (1. Korinther 14,3). Ermutigen, Herausfordern und Trösten werden der Ver-gangenheit angehören. All das ist nur notwendig in dieser Welt der Entmutigung, der Teilnahmslosigkeit und des Schmerzes. Nichts wird mehr nötig sein, wenn wir bei dem Herrn sind. Bis dahin aber brauchen wir Ermutigung, Trost und Erbauung.
Wenn Jesus kommt, werden wir Ermutigung, Ermahnung und Trösten nicht länger nötig haben. Wir werden die Zungenrede nicht länger nötig haben (Gottes Gabe für umherschweifende Gedanken, Denkblockaden, Ungewissheit darüber, wie wir beten sollen usw.), wodurch es uns möglich ist, über die Begrenzungen unserer Sprache hier auf der Erde zu beten. Das Gebet wird ersetzt werden durch ewigen Lobpreis. Dann werden alle unsere Fragen und Meinungsverschiedenheiten in der weltweiten Gemeinde Christi beantwortet werden, und wir werden alles genau wissen, was jetzt noch nicht der Fall ist. 18
Unabhängig davon, sogar wenn dieser Vers bedeutet hätte, dass Prophetie, Zungen-rede und Erkenntnis vor der Zeit vergangen wären, sind doch Wunder und Heilung nicht in der Liste der Dinge eingeschlossen, die vorbeigehen sollten. Dadurch wird auch der einzige Vers weggenommen, der so ausgelegt werden könnte, dass gewis-se wundersame Gaben aufhören würden. Es gibt nicht eine einzige Schriftstelle, die aussagt, dass Wunder oder Heilung aufhören würden.
Zwei Segensströme durchzogen den Dienst von Jesus - der Strom des Vergebens und der Strom der Heilung. Er kam nicht nur, um Seelen zu retten, sondern um Men-schen zu retten. Er brachte Heilung für den Körper und für die Seele. Diese beiden Ströme flossen gleichermaßen nebeneinander durch die ganze Apostelgeschichte und auch durch die gesamte Geschichte der Gemeinde Christi für die, die glaubten. Warum sollten wir annehmen, dass der eine Strom weiterfließt, bis der Herr kommt, und der andere verschwindet? Es gibt keine Schriftstelle, die dieses Denken unter-stützt. Wie wir bereits gesehen haben, haben berühmte Kirchenmänner wie Irenäus, Luther, Zinzendorf, Wesley und Whitefield während ihres ganzen Dienstes Heilungswunder gesehen. Zu denken, dass Wunder und Heilungen nach dem Tod der frühen Got-tesmänner aufgehört hätten oder bei Beendigung der Bibelniederschrift, bedeutet, den Dienst dieser großen Männer nicht ernst zu nehmen. Wenn die Wunder aufgehört haben, dann sind wir alle verloren; denn das größte Wunder, das überhaupt geschieht, ist, wenn jemand wiedergeboren wird. Es sind nicht die Wunder, die weggehen, sondern der Glaube an Gottes Kraft. Wenn wir auf-hören, Errettung zu predigen, werden keine Menschen mehr gerettet – wenn wir auf-hören, von der Heilungskraft Jesu‘ zu predigen, hören auch die Wunder auf. Immer noch sehen wir heute, wenn wir Gott bei seinem Wort nehmen, Gottes Wunderkraft am Wirken.
Jesus sagte: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird ver-dammt werden: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben; sie werden in neuen Zungen sprechen; sie werden Schlangen aufheben; und wenn sie etwas Töd-liches trinken, wird‘s ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände le-gen, so wird’s besser mit ihnen werden" (Markus 16,15-18). Das war der Missions-befehl unseres Herrn. Deshalb muss man sich fragen, weshalb wir in die Welt hi-nausgehen und Heilung zurückhalten? Welches Recht haben wir, in die Welt zu ge-hen und zu verlangen, dass man unserer Botschaft glaubt, ohne dass Wunder fol-gen?
FRAGE 22
Bei deinen Evangelisationsveranstaltungen ermutigst du nach dem Gebet oft die Menschen, etwas zu tun, was sie vorher nicht tun konnten. Warum das?
Glaube ohne Werke ist toter Glaube. Jesus trug dem Blinden auf „zu gehen und sich im Teich Siloah zu waschen (Johannes 9,7). Er ermutigte den Mann, seinem 19
Glauben Taten folgen zu lassen. Der Mann wurde erst geheilt, als er das tat. Auf die-selbe Art und Weise schickte er die zehn Leprakranken zu den Priestern, damit sie sich ihnen zeigten. Erst auf dem Weg wurden sie gereinigt. Keiner von ihnen war zu dem Zeitpunkt geheilt worden, als sie Jesus verließen. In der Apostelgeschichte Kapitel 3 lesen wir, dass die Füße und Knöchel des Lah-men fest wurden, „als er aufstand", nicht bevor er stand. Er sagte nicht: "Ich bin ein lahmer Mann, ich kann nicht stehen!" Er wartete nicht, bis er fühlte, dass irgendetwas passierte. Viele andere, so wie auch der Lahme, haben ihre Heilung empfangen, als sie einen Schritt im Glauben voran gingen und das ge-tan haben, was sie vorher nicht tun konnten.
FRAGE 23
Können uns psychologische Probleme auch körperlich einschränken?
Neulich sagte ein berühmter Arzt: „Vier- oder fünfmal hätte ich eher herausgefun-den, was nicht in Ordnung war, wenn ich zuallererst das Leben des Patienten in sei-nem Umfeld, seinem Beruf und bezüglich seiner Finanzen erfragt hätte, anstatt dass ich mich um sein Herz kümmerte oder um seine Nieren und seinen Verdauungsappa-rat." Dr. Paul Tournier, der berühmte Schweizer Mediziner, hat oft seine Ansicht darüber weitergegeben, dass geistliche Ruhelosigkeit, emotionale Traumata und zerstörte Beziehungen hinter den meisten ernsten Krankheiten verborgen sind.
Das sollte uns nicht weiter überraschen, denn die Bibel erwähnt häufig den Zu-sammenhang zwischen unserem Körper, unserer Seele und unserem Geist (Psalm 38,4; Sprüche 3,5-8; 14,30). Was in uns vorgeht, hat Auswirkungen. Wenn für einen Menschen gebetet wird und er keine Heilung empfängt, erweist es sich oft als gut, wenn man sich zusammen hinsetzt und mit ihm oder ihr überlegt, ob es eine Wurzel für ihren Zustand geben könnte. Das kann natürlicher Art, geistlicher Art, in Bezug auf Beziehungen oder auch seelischer Art sein. Herauszufinden, wann das Problem zum ersten Mal auftrat und ob es in dieser Zeit irgendwelche traumatischen Erlebnis-se gab und ob Sünde oder Schwierigkeiten in Beziehungen noch zusätzlich ein Fak-tor für die nicht erfolgte Heilung sein können, kann hilfreich sein. Lerne, auf Gott zu hören und zwischen den Zeilen auf das zu hören, was die Ratsu-chenden sagen. Viele Menschen, die verletzt sind, wissen mehr über ihr Problem, als sie zugeben wollen; deshalb ermutige sie vorsichtig, sich zu öffnen. Wenn Groll oder Bitterkeit da sind, ist es oft nötig, zuerst demjenigen zu vergeben, durch den man verletzt wurde, bevor man Heilung erlebt. Die Bibel verknüpft Gottes Vergebung für mich mit meiner Vergebung für andere (Matthäus 18,35; Lukas 11,4). Häufig müssen zuerst unsere Beziehungen geheilt werden, bevor unser Körper geheilt werden kann. Ich habe erlebt, dass Menschen sofort geheilt wurden, nachdem sie jemandem vergeben hatten.
Es muss auch erwähnt werden, dass Jesus einmal einem Mann die Frage gestellt hat: „Möchtest du geheilt werden?" Das mag sich wie eine merkwürdige Frage anhö-20
ren bei jemandem, der krank ist. Und doch passiert es, dass viele Kranke an ihrer Krankheit festhalten, auch wenn es so aussieht, als ob sie darüber stöhnen. Durch ihre Krankheit erfahren sie die Unterstützung und Aufmerksamkeit, von der sie sich nicht vorstellen können, dass sie sie bekämen, wenn sie gesund wären. Negative Haltungen, ständige Kritik und Sorgen können unsere Gesundheit ruinie-ren. Stress ist ein Hauptfaktor in unserer Gesellschaft; er führt oft zu Herzattacken, Geschwüren, hohem Blutdruck und Burnout.
Jesus sagte: „Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen" (Matthäus 6,34). Er hat gesagt, dass wir uns nicht sorgen sollen (Mat-thäus 6,25-34). Und doch, gibt es nicht viele Christen, die ihre Gesundheit durch Furcht, zu viel Arbeit und ständiges Sorgen ruinieren? Wenn wir in Gesundheit leben wollen, müssen wir lernen, unser Leben und die Zukunft, ebenso wie das Leben un-serer Angehörigen, dem Herrn anzuvertrauen. Göttliche Heilung bedeutet mehr als nur „Sich wohl befinden". Sie schließt die Heilung unserer Emotionen und eine voll-ständige Heilung unserer Beziehung zu Gott und zueinander ein.
FRAGE 24
Sollten wir nicht nur beten „Dein Wille geschehe?"
Es scheint außerordentlich merkwürdig, zu sagen, dass beim Thema Heilung Christen beten sollten, so wie Christus im Garten Gethsemane betete: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe." Jesus betete dieses Gebet keineswegs, weil er irgendeinen Zweifel an Gottes Willen hatte. Er hatte darüber niemals einen Zweifel. Er betete: „Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an Mir vorüber; doch nicht, wie Ich will, sondern wie Du willst!" (Matthäus 26,39). Das war seine Reaktion als Mensch auf die schreckliche Aussicht der Todesschmerzen am Kreuz, um das abzuwenden. Dennoch wusste er, dass es Gottes Wille war, dass er für uns auf die-se Weise sterben sollte. Jakobus 5,15 heißt: „Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten." Es heißt nicht: „und das Ge-bet des Glaubens wird den Kranken retten, wenn es der Wille des Herrn ist!" Da Gott diese Klausel nicht eingefügt hat, als er uns diesen Auftrag zum Beten gab, warum sollten wir das dann tun? Es gibt eine geeignete Zeit und auch den passenden Ort, um hinzuzufügen „wenn es dein Wille ist", wenn wir beten. In Jakobus 4,13+15 heißt es: „Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel trei-ben und Gewinn machen". „Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir dies oder das tun." Bezüglich unserer zukünftigen Pläne gibt es keine eindeutigen schriftgemäßen Hinweise, so dass wir dann sagen sollen: „Wenn der Herr will." Die Pläne, umzuziehen, bestimmte Gelegenheiten für ein Geschäft zu nutzen usw. sollten wir in das Gebet einschließen: „Herr, ich möchte nur das tun, von dem du willst, dass ich es in deinem Willen tun soll." Nur bei solchen menschlichen Plänen besteht Ungewissheit über Gottes Willen, so dass ein solches Gebet dort seine Rich-tigkeit hat, aber nicht bei den Dingen, wo Gottes Wort über seinen Willen klar ist. 21
Wenn wir bei Heilung diese Hinzufügung machen „Wenn es dein Wille ist", geben wir damit zu, dass wir nicht das Gebet des Glaubens beten, sondern dass wir in unse-rem eigenen Herzen Zweifel haben. Jakobus warnt uns davor: „Bittet aber im Glau-ben und zweifelt nicht; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas vom Herrn empfangen werde. (Jakobus 1,6-7). Jesus sagt uns zu, dass wir, wenn wir im Glauben beten, bereits das erhalten haben, wofür wir gebetet haben. Ein solches Gebet kann man nur vorschlagen, wenn wir zuvor durch Gottes Wort davon über-zeugt sind, dass es sein Wille ist, uns zu heilen.
FRAGE 25
Wenn es doch Gottes Wille ist, mich zu heilen, wird es dann nicht einfach pas-sieren?
Wenn jemand zu dir sagen würde: "Ich brauche mein Leben Jesus nicht zu über-geben. Gott weiß doch sowieso, ob ich gerettet werde oder ob ich verloren bin", dann würdest du diesen Fatalismus doch nicht Glauben nennen. Du würdest ihm erklären, dass er unbedingt Gottes Voraussetzung, nämlich an den Herrn Jesus Christus zu glauben, erfüllen muss. Ganz genauso ist es, wenn wir für Kranke beten und einfü-gen „wenn es dein Wille ist"; dann übergeben wir Gott alle Verantwortung für die Hei-lung und übernehmen keinerlei eigene Verantwortung. Die Bibel jedoch überträgt die Verantwortung auf uns. Jesus sagte: „Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen" (Matthäus 21,22).
In Markus 9,22 sagt der Vater eines von einem Dämon besessenen Jungen zu Jesus: „Wenn Du etwas kannst, so erbarme Dich unser und hilf uns!" Christus ant-wortete: „Wenn du glaubst, alle Dinge sind möglich dem, der glaubt." Darauf antwor-tete der Vater: „Herr, ich glaube: hilf meinem Unglauben." Christus ließ den Vater wissen, dass das „Wenn", die Verantwortung für die Heilung, nicht bei Gott liegt, sondern bei dem Vater selbst. Gott legt die Verantwortung dafür, dass Gebete be-antwortet werden, auf uns. In Markus 11,22-24 heißt es: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Wahrlich, Ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich ins Meer, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen werde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. Darum sage Ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden." Zu den Blinden sagte Jesus: „Glaubt ihr, dass Ich das tun kann? Euch geschehe nach eurem Glauben" (Matthäus 9,28-29). Zu dem Hauptmann sagte Jesus: „Geh‘ hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast" (Matthäus 8,13). Zu der Frau mit dem Blut- fluss sagte Jesus: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; geh‘ hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage! (Markus 5,34). Zu Jairus, der wegen sei-ner kleinen Tochter kam, sagte Jesus: „Fürchte dich nicht, glaube nur!" (Markus 5,34). Als Jesus den „Glauben der Freunde des Mannes" sah, heilte er den Lahmen, den sie zu ihm gebracht hatten.22
FRAGE 26
Hat das Kranksein nicht auch geistliche Vorteile?
Einige Menschen hatten „tiefe geistliche Erfahrungen" während ihrer Zeiten der Einschränkung, für die sie Gott preisen können. Aber ist es denn nötig, solche Erfah-rungen zu machen, um uns näher zu Gott zu ziehen? Außer denen, die sagen, sie hätten „so tiefe geistliche Erfahrungen" gehabt, gibt es viele andere, die ständig mit sich selbst beschäftigt waren: mit spezieller Ernährung, mit genauer Tablettenein-nahme, und dafür zu sorgen, dass sie auch genügend Besuch bekamen usw. Wir können viele nützliche Lektionen lernen, während wir im Glauben an unserer Hei-lung festhalten. Wie schon aus der Fragestellung zu entnehmen ist, wird dem Krank-sein etwas Spirituelles beigemischt, wodurch viele Gläubige daran gehindert werden, ihre Heilung wirklich von Jesus zu erhalten. Wenn es diese Vorteile wirklich gäbe, warum hatte Jesus ihnen dann nicht geraten, krank zu bleiben? Warum heilte er denn jeden, der zu ihm mit Glauben kam?
FRAGE 27
Warum sind Heilungsgottesdienste nötig?
Ich habe festgestellt, dass Gottes Gegenwart bei derartigen Versammlungen ganz stark zu spüren ist, wenn sich die Gläubigen in erwartungsvollem Glauben zusam-menfinden. So werden dann viele geheilt. Für sehr viele Menschen gehören diese Versammlungen zu den größten geistlichen Erfahrungen, die sie jemals erlebt haben. Außerdem benötigen viel zu viele Menschen Heilung, als dass man allen einzeln die-nen könnte. Drittens ist dem auch ein großer Wert beizumessen, wenn eine solche Heilungsver-anstaltung öffentlich durchgeführt wird und alle Zeugen der Heilungen sein können. In dieser Zeit, in der so viel Zweifel an der Macht eines Heilungsgebetes besteht, ist es unbedingt nötig, Heilungsveranstaltungen zu haben, in denen viele Heilungen ge-schehen. Fast immer predigte und heilte Christus in der Öffentlichkeit (z.B. Matthäus 8,16; 9,35; Markus 1 und 2). Er wies auch seine Jünger an, in der Öffentlichkeit zu predi-gen und zu lehren. (Matthäus 10,6-8; Lukas 10,1-12). Das finden wir auch immer wieder in der Apostelgeschichte. Die großartigen Wunder, die dort stattfanden, konn-ten deshalb geschehen, weil die Menschenmenge sich versammelt hatte. Wegen der Wunder folgten die Menschen Christus, wodurch es zu diesem Wachstum der frühen Kirche kam. Wir können keine bessere Art erfinden, den Menschen zu dienen, als es Jesus tat. Ich persönlich denke, dass ein großer Teil der Misserfolge auf dem Missionsfeld beim Erreichen anderer Religionen daher kommt, dass man Gottes Kraft nicht vertraut hat. Paulus hat das so ausgedrückt: „Und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes 23
und der Kraft, damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft" (1. Korinther 2,4-5). In unseren Heilungsveranstaltungen in der ganzen Welt bekehren sich unzählig viele Menschen zu Christus, wenn sie die Wunder bei denen sehen, die geheilt wurden.
FRAGE 28
Warum betest du häufig für viele Menschen zusammen bei deinen Heilungs-veranstaltungen?
Ich bin der Ansicht, dass, wenn ich auf diese Art und Weise diene, die Menschen ermutigt werden, auf den Herrn Jesus zu sehen, um geheilt zu werden, statt dass sie auf mich schauen. Jesus sagte über die Gläubigen: „Sie werden den Kranken die Hände auflegen, und sie werden sich erholen." Ich ermutige Menschen häufig, ihre eigenen Hände auf den kränkelnden Teil ihres Körpers aufzulegen. Ich habe heraus-gefunden, dass das sowohl in Großbritannien wie auch in Übersee einer der am meisten wirksamen Wege ist, mit Heilung zu dienen. Ich allein könnte einzeln ungefähr für 100 Menschen an einem Abend beten, wenn ich Gottes Wort verkündigt habe. Andererseits kann ich von der Bühne aus gleichzei-tig für Tausende beten und erlebe, wie viele Hunderte geheilt werden.
FRAGE 29
Bittest du häufig die Menschen in der Versammlung, sich gegenseitig die Hän-de aufzulegen?
Selten. Obwohl ich die Christen ermutigen möchte, auch selbst zu dienen, habe ich es doch oft erlebt, dass es nicht sehr weise ist, wenn die Leiter in einer Versamm-lung alle Christen ermutigt haben, sich herumzudrehen und zu beginnen, sich ge-genseitig die Hände aufzulegen. Ich persönlich bin auch sehr vorsichtig damit, wem ich erlaube, mir die Hände aufzulegen. Genauso wie Heilung und völlige Wiederher-stellung durch einen Diener Gottes mitgeteilt wird, so glaube ich auch, dass negative Dinge mitgeteilt werden können, beispielsweise von jemandem, der noch nie Buße getan hat wegen vergangener Beschäftigung mit Okkultismus, besonders dann, wenn derjenige, für den gebetet wird, nicht in Glauben und Heiligkeit wandelt. Bei einer bestimmten Gelegenheit, bei der ich dabei war, stellte ich fest, dass zwei der anwesenden Frauen auf jeden und bei jeder Gelegenheit die Hände auflegten. Ich merkte genau, dass hier etwas nicht stimmte. Alles wurde offensichtlich, als eine der Damen ein paar Abende danach eine „Pro-phetie" aussprach, dass der Herr im September wiederkehren würde! Als die „Pro-phetie" korrigiert wurde, wurde die Dame sehr ärgerlich und teilte uns mit, dass sie eine Prophetin Gottes wäre. Als ich später mit ihr sprach, stellte sich heraus, dass sie häufig die Toten befragte. Einige Wochen danach machte sie sich mit dem Ehemann einer anderen Frau davon. Wie können wir bei großen Versammlungen denn sicher sein, dass nicht Hexen, Spi-24
ritisten oder Sektenmitglieder anwesend sind? In solchen großen Veranstaltungen sind ganz sicher viele Menschen, die anderen die Hände auflegen und mit Zweifel beten oder menschliche Ziele verfolgen. Die Leiter müssen die Herde schützen. Ich möchte hinzufügen, dass wir uns so sehr wünschen, dass der Leib Christi vorankommt und dass wunderbare Dinge gesche-hen, wenn Christen für andere beten. Genau deshalb ist es so wichtig, dass andere für diesen Dienst trainiert werden.
FRAGE 30
Wie sollen wir mit denen umgehen, die mit hohen Erwartungen kommen, aber in demselben Zustand des Nicht-Gesundseins weggehen, wie sie gekommen sind?
Zuerst müssen wir trotzdem darauf hinweisen, dass die Veranstaltungen unbe-dingt wichtig für diejenigen sind, die geheilt werden. Also, wenn der Prediger weise gehandelt hat, geht auf jeden Fall ein jeder so nach Hause, dass er eine erneute Be-gegnung mit dem Herrn gehabt hat und ist dann nicht enttäuscht. Bei diesen Gottes-diensten ist es unbedingt wichtig, dass begeistert gepredigt wird. Aber auch Weisheit und Integrität des Predigers sind sehr wichtig, damit bei den Menschen nicht die Vor-stellung entsteht, dass jeder, der zum Gebet nach vorne kommt, auch sofort geheilt wird. Diese Art des Predigens kann die, die nicht geheilt werden, entweder mit einem aufgebrachten Gefühl Gott gegenüber zurücklassen oder mit dem Gefühl, dass sie wegen ihres Unglaubens nicht geheilt wurden. Wir erkennen auch in der Bibel, dass nicht jeder sofort geheilt wurde. Manchmal müssen wir einfach nur im Glauben an unserer Heilung festhalten. Das bedeutet, dass wir diejenigen, denen es so geht, er-mutigen müssen. Wir können nicht behaupten: „Jeder, der heute Abend zum Gebet nach vorne kommt, wird sofort geheilt." Wir haben auch gesehen, dass Jesus durch Unglauben am Heilen gehindert wurde. In jeder Versammlung, an der ich in den westlichen Ländern teilgenommen habe, gab es Menschen mit viel Glauben, andere mit einer Menge Unglauben und wieder welche, die sich dazwischen befanden. Den-noch würde ich mich immer eher darauf verlassen, dass Glauben vorhanden ist.
Die meisten von uns haben schon an Versammlungen teilgenommen, wo einer der anwesenden Diener Gottes „Vernunft" und „Ausgewogenheit" hereinbringen woll-te. Allerdings haben diese theologischen Diskurse dort nur zu einer Verflachung ge-führt. Glaubensvolles Predigen ist unbedingt notwendig. Wenn der Prediger den richtigen Geist hat und über Weisheit verfügt, kann er jeden in der Versammlung da-zu führen, das derjenige Segen erfährt bis hin zu Heilung. Ich würde auch immer hin-zufügen, dass wir niemals geringschätzig auf die hinabsehen dürfen, die ihre Heilung noch nicht erfahren haben. Schlimmer weise habe ich gehört, wie Menschen in ei-nem kritischen Ton zu sehr kranken oder behinderten Christen gesagt haben: „Wenn du Glauben hättest, würdest du geheilt." Mehrmals habe ich mich dann zu den Men-schen, die das gesagt haben, umgedreht und gesagt: „Warum setzt du deinen Glau-ben nicht ein, damit sie geheilt werden?" Das Evangelium ist die „Gute Nachricht". 25
Die Heilungsbotschaft bringt Hoffnung. Wir müssen sicherstellen, dass wir anderen diese Wahrheit nahebringen, um ihren Glauben aufzubauen und nicht, um sie zu verdammen.
Ungefähr um 1970 herum, als der Herr mich mit dem Heiligen Geist erfüllte, war es in den Hauptrichtungen des Glaubens in Großbritannien noch nicht sehr üblich, von Wundern etwas zu hören. In dieser Situation wäre es leicht gewesen, die Bot-schaft über Heilung zu verwässern und eine Erfahrungstheologie zu predigen. Wir hätten predigen können, dass es Gottes Wille ist, nur wenige zu heilen, weil auch nur wenige geheilt wurden. Aber das ist keine Lösung. Denn nur, wenn wir Gottes Wort wirklich predigen und den Glauben der Menschen aufbauen, werden wir mehr Segen erfahren. Heutzutage ist es üblicher, dass Menschen geheilt werden. In einer Versammlung in dem Wembley Konferenzzentrum bat ich die Anwesenden, die Hand zu heben, wenn sie jemals auf wunderbare Art und Weise vom Herrn geheilt worden waren. Ich war hoch erfreut, zu sehen, dass mehr als 75% ihre Hände hoben. Hätte ich den Anwe-senden 15 Jahre zuvor dieselbe Frage gestellt, hätten sicher nur wenige die Hand gehoben. In meinen Evangelisationseinsätzen in Afrika und Asien ist es sehr selten, dass je-mand, der zum Gottesdienst kommt, nicht geheilt wird. Aber sie hatten auch nicht jahrelange Predigten voller Zweifel darüber, ob Gott wirklich heilt. Im Hebräer 11,13 heißt es: „Diese alle sind gestorben im Glauben und haben das Verheißene nicht erlangt, sondern es nur von ferne gegrüßt und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind." Einige sind gestorben im Glauben, während sie sich auf die Verheißungen verlassen haben. In den Situationen, in de-nen wir geglaubt haben und alles getan haben, was wir nur können, müssen wir dem Herrn auch zutrauen, dass er alles am besten weiß. Für mich jedenfalls gibt es kei-nen größeren Segen, als auf Gottes Verheißungen zu stehen. Bis zu meinem Tod möchte ich an Christus‘ Heilungskraft glauben, außer wenn Jesus zuvor kommt! Denn ich weiß, dass Gott sich um den Unglauben in unserem Land kümmert; und so sehen wir immer mehr Manifestationen seiner wunderwirksamen Kraft.
Abgesehen von der Herausforderung, auf Gottes Verheißungen zu stehen, ist es etwas Mächtiges und Bedeutendes, wenn man Glauben und eine Erwartungshaltung hat. Der Teufel möchte, dass wir aufgeben, während wir gegen unsere Krankheit kämpfen. Wenn jemand die Hoffnung aufgibt, geschieht es nur sehr selten, dass er wieder gesund wird. Ich habe einmal einen Artikel eines führenden Krebsforschers und Chirurgen gele-sen, in welchem er sagte: „Ich operiere nicht gern jemanden, der wenig Glauben in die Operation setzt. Ich weiß, dass man mit dieser Haltung eine Operation viel schwerer überlebt und dass es auch viel länger dauert, bis man sich danach wieder davon erholt." Wenn wir großen Glauben haben, ist es für den Teufel sehr viel schwieriger, uns an-zugreifen. Eine negative Haltung wird unseren Glauben zerstören. 26
FRAGE 31
Warum sagst du, dass eine negative Einstellung unseren Glauben zerstört?
Gott hat jedem Glauben ausgeteilt (Römer 12,3). Unglauben, gepaart mit negati-vem Denken und Sprechen, ist nicht das Resultat eines Mangels an Glauben. Viel-mehr wird der Glauben, den Gott uns ausgeteilt hat, dafür benutzt, zu glauben, dass negative Dinge passieren oder dass Gott uns nicht heilen will und dass wir uns auf seine Verheißungen nicht verlassen können. Glaube bedeutet, dass wir glauben, dass Gott die Wahrheit sagt und das tun wird, was er zugesagt hat.
Es ist wichtig zu erkennen, dass eine negative Haltung kein Mangel an Glauben ist, sondern falscher Glaube. Manche Menschen sagen: „Es ist Januar, ich werde jetzt eine Erkältung bekommen; das ist immer so." oder „Arthritis (oder irgendeine andere Krankheit) gibt es in unserer Familie. Meine Mutter hatte sie; deshalb nehme ich an, dass ich sie auch bekommen werde." Wieder andere sagen: „Mein Vater ist an Krebs gestorben (oder hatte ein schwaches Herz); deshalb wird es mir wahr-scheinlich genauso gehen." Sie glauben, dass negative Dinge passieren werden und verwenden den Umfang ihres Glaubens doch tatsächlich dafür, krank zu werden. Wenn du eine solche Haltung hattest, bitte Gott um Vergebung für falsches Glauben und hör‘ auf, weiter derartige Gedanken zuzulassen. Das sind die Dinge, von denen der Teufel will, dass du sie erwartest und glaubst. Dieser Glauben wird dich runter-ziehen und wird dich geistlich lähmen. Sage dich im Glauben los von den Auswirkun-gen jeglicher Krankheit, die du erben könntest. Stelle dich ihr entgegen im Namen Jesus‘.
FRAGE 32
Waren Wunder begrenzt auf die Zeit der Apostel?
Nein, Stephanus und Philippus trugen ganz praktisch Verantwortung für die Ge-meinde (Apostelgeschichte 6,1-7). Und doch lesen wir: „Stephanus aber, voll Gna-de und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk" (Apostelgeschichte 6,8). Über Philippus lesen wir: „Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. Denn die unreinen Geister fuhren aus mit großem Geschrei aus vielen Besessenen, auch viele Gelähm-te und Verkrüppelte wurden gesund gemacht" (Apostelgeschichte 8,6-7). Philippus und Stephanus wurden ebenso mächtig gebraucht wie Petrus und Johannes.
1. Korinther 12,9 spricht von den „Gaben der Heilungen", die der Gemeinde als Vermächtnis gegeben wurden, und es ist nicht die Rede davon, dass diese Gaben zu Ende gehen. Jakobus schrieb zu einer Zeit, als viele der Apostel bereits ihr Leben verloren hatten: „Ist jemand unter euch krank? Der rufe zu sich die Ältesten der Ge-meinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn auf-richten, und wenn er Sünde begangen hat, wird ihm vergeben werden" (Jakobus 27
5,14-15). Beachtet, an wen er diese Forderung richtet – nicht nur an Apostel oder an einige Männer und Frauen mit seltenen Gaben, sondern an die Ältesten der Ge-meinde, also an diejenigen, die sehr wahrscheinlich von jedem, der leidet, angespro-chen werden können.
Jesus sagte ganz einfach von allen Gläubigen: „Diese Zeichen werden denen fol-gen, die glauben: in Meinem Namen werden sie Dämonen austreiben: sie werden in neuen Zungen sprechen… auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden" (Markus 16,17-18).
Was mich anfangs davon abhielt, für die Kranken zu beten, war der an mir nagen-de Zweifel, dass nichts passieren würde. Die Menschen wurden erst geheilt, als ich beschloss, meinem Herrn gehorsam zu sein, selbst wenn nichts passieren würde.
Viel eher, als diese Dinge auf einige wenige Apostel zu beschränken, sagt Jesus von einem jeden, der glaubt: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer an Mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die Ich tue, und er wird größere als diese tun; denn Ich gehe zum Vater" (Johannes 14,12).
FRAGE 33
Ich bin Pastor. Wie fange ich an, für die Kranken um Heilung zu beten?
Fange zuallererst damit an, über die Heilungskraft von Jesus Christus zu predi-gen, und biete dann zum Schluss des Gottesdienstes an, für Kranke zu beten.
Ich habe am Anfang für die Kranken gebetet, weil es ein Befehl von Christus ist und nicht, weil die Menschen geheilt wurden. Die meisten von uns beteten eine Zeit-lang für die Kranken, bevor wir erleben konnten, dass Wunder passierten. Also, lasst euch nicht entmutigen. Wenn ihr den Glauben der Menschen aufbaut, werden immer mehr Menschen geheilt.
Ladet Prediger in eure Gemeinde ein, die vom Herrn gebraucht werden, damit ihr erlebt, wie Kranke geheilt werden, und zwar deswegen, damit eure Botschaft unter-mauert wird und damit der Glauben der Menschen aufgebaut wird. Lest Bücher, die den Glauben stärken, und geht zu Konferenzen und Meetings, wo Kranke geheilt werden, damit ihr euren eigenen Glauben aufbaut.
Wir lesen im 2. Korinther 1,20: „Denn auf alle Gottesverheißungen ist in Ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch Ihn das Amen, Gott zum Lobe." Wenn wir eine Verheißung in Gottes Wort finden, dann ist es „ja". Wir müssen Gott nicht fragen, ob er es auch wirklich so meint. Er hat bereits „ja" gesagt. Lasst uns keine Angst haben vor der Bibel oder davor, Gottes Wort kühn zu predigen.
Wenn Jesus von denen, die glauben, gesagt hat, dass wir größere Dingen tun als er, dann könnten wir sagen: „Nun, das passiert nicht aus meiner Erfahrung heraus." Und doch, sollte das bedeuten, dass Gottes Wort falsch ist? Nein, das bedeutet, dass sich unsere Erfahrung ändern muss. Wir müssen anfangen, Gott bei seinem Wort zu nehmen, denn Gott kann nicht lügen (Hebräer 6,18). Gott verhält sich auch 28
nicht entgegen der Schrift. Jesus sagte: „Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen" (Matthäus 24,35). Unglaube sagt: „Ich weiß, dass Du es verheißen hast, aber ich glaube nicht, dass Du es auch tun wirst." Wenn wir es lernen, auf Gottes Verheißungen zu stehen, wird unser Glaube wachsen, und wir werden mehr Wunder sehen. Haltet deshalb an den Verheißungen fest und bleibt standhaft. Fangt an, Schritte im Glauben zu gehen.
FRAGE 34
Was kann und soll ich tun, um gesund zu leben?
Auch wenn wir unser Augenmerk darauf richten, dass Gott heilt, dürfen wir doch un-sere eigene Verantwortung nicht vergessen, die Gott uns übertragen hat, uns um unseren Körper zu kümmern.
Gutes, ausgewogenes Essen, Bewegung, Vermeidung von zu vielem Essen, Lern-fähigkeit, sich zu entspannen und genügend Schlaf zu bekommen, sind unbedingt nötig, um in Gesundheit zu leben. Ruhe und Entspannung sind auch wichtig. So wie es ein Arzt gesagt hat: „Bei der Behandlung einer Nervenerkrankung müssen wir jetzt immer auch Ruheperioden verschreiben. Ich glaube, solche Zeiten sind die Sonnta-ge."
Bei meinen Evangelisationsveranstaltungen in Afrika bitten Menschen häufig um Gebet für Magenprobleme. Vielen, die sich eine Berührung vom Herrn wünschen, erschiene es sicher ungeistlich, wenn man darauf hinweist, dass viele dieser Proble-me gar nicht erst auftauchen würden, wenn sie das Wasser vor dem Trinken abkoch-ten.
Viele Gesetze im Alten Testament bezogen sich auf die Hygiene und dienten da-zu, die Israeliten gesund zu erhalten.
Wir wissen, dass starkes Übergewicht alle möglichen Arten von körperlichen Pro-blemen und Krankheiten verursachen kann. Wenn wir ständig unter Stress und Angst leben oder von Konkurrenzdenken kontrolliert werden, macht uns das empfänglich für Herzprobleme oder Herzanfälle.
Wenn wir mit bewusster Sünde in unserem Leben leben, stehen wir unter einem psychologischen Druck, der auch häufig zu Krankheit führt. Einige Ärzte haben festgestellt, dass Groll die natürlichen Körperflüssigkeiten zerstö-ren kann und so zu Arthritis führt. Weil wir aus Körper, Seele und Geist bestehen, hat das, was sich in meiner Seele (meinen Gedanken, meinem Willen und meinen Emotionen) abspielt, automatisch Auswirkungen auf meinen Körper.
Wenn wir krank sind, müssen wir manchmal anhalten und uns unseren Lebensstil ansehen, um herauszufinden, ob es Unordnung in unserem Leben gibt. Unser Kör-per funktioniert manchmal als frühes Warnsystem. 29
Aber mit Gottes Hilfe können wir falsche Lebensmuster verändern und in Gesund-heit leben.
FRAGE 35
Kann für mich nochmal für dieselbe Sache gebetet werden, für die schon zuvor gebetet wurde?
Jesus hat den einen blinden Mann ermutigt, der nicht sofort geheilt wurde (Markus 8,22-26). Er fühlte eine Verbesserung, sagte aber im Wesentlichen: „Ich kann klarer sehen; ich sehe Menschen, aber sie sind wie Bäume, die umhergehen." Seine Sicht war noch getrübt. Deshalb diente Jesus ihm noch ein zweites Mal, und dann war er vollständig wiederhergestellt.
Wenn sogar Jesus jemandem noch ein zweites Mal dienen musste, wie viel mehr gilt das dann nicht auch für uns. Es ist dabei ganz wichtig, dass diejenigen, die kom-men, damit ihnen noch einmal gedient wird, nicht kommen, „um zu sehen, ob es diesmal klappt", sondern weil ihr Glaube für Heilung neu gestärkt wurde.
Wie in Jesus‘ Gleichnis der aufdringlichen Witwe gibt es eine Zeit, in der wir dranbleiben müssen zu bitten und im Glauben anzuklopfen, bevor wir Heilung emp-fangen. Wenn wir feinfühlig auf die Stimme des Herrn hören, wird er uns zeigen, wann wir dranbleiben müssen zu bitten und wann wir damit aufhören sollen und stattdessen stillhalten und im Glauben empfangen.
FRAGE 36
Ich dachte, dass ich geheilt bin, aber meine vorherigen Symptome sind wieder zurückgekommen. Was soll ich tun?
Gelegentlich sind die ersten Symptome nach einer Zeit, in der man sich der Ge-sundheit erfreute, wieder aufgetreten. An dieser Stelle fallen viele Christen in Un-glauben zurück. Sie sagen: „Ich dachte, ich wäre geheilt; also muss ich wohl anneh-men, dass ich falsch lag." Nimm‘ nichts an, was der Teufel auf Lager hat, um dich anzugreifen. Erlaube dem Unglauben nicht, dass sich eine Tür für den Teufel öffnet. Nur weil Gott dich geheilt hat, heißt das noch lange nicht, dass der Teufel dich in Ru-he lässt. Er wird immer versuchen, uns Krankheit aufzuerlegen; und das tut er in der-selben Art und Weise, wie er uns auch immer wieder versucht, nachdem wir Gottes Sieg auf irgendeinem Gebiet unseres Lebens erfahren haben.
Ein Riesenproblem ist es, dass einige Christen Heilung durch den Glauben von anderen erhalten (beispielsweise durch den Glauben des Predigers), aber dass sie selbst keinen Glaubensgrund in Gottes Wort haben. Wenn dann diese anderen Men-schen nicht um sie herum sind, um sie hochzuhalten, fangen sie an zu zweifeln und fallen in Unglauben.
Häufig versucht der Teufel, den Menschen ihre Heilung wegzunehmen. Und an-statt dass sie aufstehen und sich gegen ihn zur Wehr setzen, geben sie nach und 30
sagen: „Ich vermute, dass Gott mich doch nicht geheilt hat", weil sie keine Grundlage in Gottes Wort haben.
Wir müssen lernen, im Glauben auf Gottes Wort zu stehen. Die Bibel sagt uns: „Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens." Genauso wie Neubekehrte im Wort gegründet werden müssen, wenn sie weiterkommen wollen, müssen ebenso diejenigen, die Heilung erfahren haben, im Wort gegründet werden. Viele Christen wollen Gebet für Heilung haben, und beinahe so schnell wie sie die Versammlung verlassen, fangen sie an, über ihre Krankheit zu sprechen, als ob ihnen nicht zuvor gedient worden wäre.
Ich habe herausgefunden, dass oft, wenn ich weiterhin im Glauben standhaft ge-blieben bin, der Teufel nach einer Weile aufgibt, weil er weiß, dass er nicht gewinnen kann! Die Bibel lehrt uns, „dass wir dem Teufel widerstehen sollen und dass er dann fliehen wird" (Jakobus 4,7). Einige Christen scheinen zu warten, bis ein roter Kerl mit einem langen Schwanz und Hörnern erscheint. Der Teufel ist viel hinterhältiger, als so offen zu erscheinen: er kommt mit Zweifel, Furcht, Versuchung, Krankheit und Schmerzen. Genau gegen diese Furcht, Zweifel und Krankheitssymptome müssen wir im Namen Jesus‘ uns wehren. Jesus hat uns gewarnt, dass der Teufel kommt, um zu stehlen; aber du musst es ihm nicht erlauben. Falle nicht zurück in Unglauben. Halte fest am Glauben!
FRAGE 37
Manchmal verwenden Menschen das Wort der Erkenntnis, um Einzelheiten über Anwesende mitzuteilen, die der Herr heilen will. Warum ist das so?
Wenn jemand ein Wort der Erkenntnis für einen anderen darüber erhält, wie es demjenigen geht, wird dessen Glaube, das Wort zu empfangen, größer. Das bedeu-tet nicht, dass Gott diese Menschen eher heilen will als andere, sondern dient einzig und allein als Ermutigung für ihren Glauben. In den Veranstaltungen habe ich oft be-obachtet, dass kranke Menschen da sind, die nicht nach vorne kommen, um für sich beten zu lassen, vor allem deswegen, weil sie nicht wirklich davon überzeugt sind, dass Gott sie wirklich heilen will. Gerade für diese Menschen bekomme ich gewöhn-lich Worte der Erkenntnis. Nachdem sie dieses Wort gehört haben, ist ihr Glaube freigesetzt worden, dass Gott etwas tun will. Das ist auch biblisch, denn Hananias bekam ein Wort, das sich darauf bezog, dass Paulus geheilt werden sollte (Apostel-geschichte 9,10-19); und ihm wurde sogar die Adresse mitgeteilt, wo Paulus sich aufhielt. Das Wort der Erkenntnis ist eine der Gaben des Heiligen Geistes, von denen im 1. Korinther 12,4-11 die Rede ist.
FRAGE 38
Mein Pastor sagt, dass einige Teile der Bibel heute nicht mehr gültig sind. Stimmt das? 31
Wer sind wir denn, dass wir entscheiden, welche Teile für heute sind und welche nicht? Wenn Gott seine Ansicht über Heilung verändert hat, könnte er dann nicht auch seine Ansicht über den Himmel geändert haben? Wenn man einen Teil von Gottes Wort in Frage stellt, stellt man alles in Frage. Die Bibel spricht eine sehr klare Warnung aus, zu Gottes Wort etwas hinzuzufügen oder etwas wegzunehmen. Wenn bestimmte Teile nicht für heute sind, kannst du deine Schere nehmen und sie he-rausschneiden. Warum verschwendest du deine Zeit damit, sie zu lesen? Das Pro-blem besteht darin, dass einige Christen nicht viel mehr als den Umschlag ihrer Bibel und die Landkarten dabei überbehalten würden!
Die Wahrheit ist, dass Gott unveränderbar ist und damit auch sein Wort. „Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen" (Matthäus 24,35).
FRAGE 39
Ist es notwendig, dass wir zuerst unser Wunder empfangen müssen, bevor wir es sehen?
Bevor Jesus den Lazarus aus dem Grab herausrief, betete er: „Vater, Ich danke Dir, dass Du Mich erhört hast" (Johannes 11,41). Wir können im Glauben Dinge empfangen, bevor die Antwort sichtbar wird. Hebräer 11,1 sagt: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." Gottes Wort sagt uns, dass Glaube von Gott empfängt, bevor sich irgendetwas Sichtbares zeigt.
Jesus sagt, dass wir glauben sollen, dass wir „empfangen" haben, und dann wird es uns zuteil werden (Markus 11,24).
Lange Zeit, bevor Sarah schwanger wurde, sagte Gott zu Abram: „Ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht" (1. Mose 17,5). Beachte, Gott hat in der Vergan-genheit gesprochen: „Ich habe gemacht." Ebenso handelte Abram im Glauben, als er seinen neuen Namen „Abraham" annahm, der bedeutet „Vater einer großen Anzahl, und das, bevor Isaak geboren war.
Wenn wir Heilung empfangen, freut sich der Glaube und sagt: „Es steht geschrie-ben", bevor es irgendeine körperliche Veränderung gibt. Glaube steht auf dem Wort Gottes. Wenn wir Glauben haben, sind wir nicht mehr ängstlich über unsere körperli-che Verfassung, weil wir alles dem Herrn übergeben haben und glauben, dass er es gehört hat. Zum Beispiel sind viele Christen durch die Schriftstelle in Jesaja 53,5 und 1. Petrus 2,24 geheilt worden, die aussagt: „durch Seine Wunden bin ich geheilt worden." Ganz plötzlich haben sie die Vergangenheit dieser Verheißung erkannt und haben daraufhin proklamiert: "Herr, du hast es gesagt, dass ich geheilt bin, und ich werde es glauben." Unsere Gefühle müssen häufig erst den Anschluss finden an un-seren Glauben. In dem Zeitraum zwischen Gottes Verheißung an Abraham und ihrer Sichtbarwerdung hat Abraham nicht auf seine Symptome geachtet und nicht sein Vertrauen weggeworfen, weil es nichts Sichtbares gab, was ihn ermutigt hätte. Er hat geradezu das Gegenteil getan, und indem er auf Gottes Verheißung schaute, „zwei-32
felte er nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre" (Römer 4,20).
25 Jahre lang stand er auf dem Wort Gottes, bevor er seinen Sohn bekam. Viele Menschen wurden geheilt, weil sie auf den Verheißungen Gottes über Heilung stan-den, ebenso wie Millionen von Sündern gerettet wurden, weil sie den Verheißungen Gottes über Vergebung geglaubt haben.
FRAGE 40
Was ist mit denen, die im Glauben gebetet haben und doch nicht gesund ge-worden sind und mit einigen, die sogar gestorben sind?
Obwohl wir Gottes unbegrenzte Kraft anerkennen, leben wir dennoch in einer ge-fallenen Welt, wo die gesamte Schöpfung einschließlich des menschlichen Körpers, der „Knechtschaft der Vergänglichkeit" (Römer 8,21) unterworfen ist. Das wird noch weiterhin so bleiben, bis wir unsere Erlösungsleiber erhalten (8,23). Obwohl wir all‘ der Segnungen teilhaftig sind, die Jesus für uns am Kreuz erwirkt hat, werden wir das Vollständige dessen, was Jesus am Kreuz vollbracht hat, erst dann sehen, wenn er wiederkehrt.
Wenn unsere Gebete nicht in der Weise beantwortet werden, wie wir es erhofft hatten, sollten wir nicht nach jemandem Ausschau halten, dem wir das in die Schuhe schieben können, sondern sollten vielmehr daran denken, dass Hoffnung mit Glau-ben einhergeht. So wie es Thomas Smail in seinem Buch „Heller Schein" ausdrückt: „Hoffnung hat etwas mit Gottes Verheißungen zu tun, die noch immer in der Zukunft liegen und uns verborgen sind, ebenso wie Glauben auch etwas mit Gottes Verhei-ßungen zu tun hat, die hier und jetzt sind. Für die Person, die heute etwas sehen wollte und dafür geglaubt hat, aber noch keine Antwort bekommen hat, kommt der Ruf der Hoffnung. Hoffnung sagt: „Morgen gehört auch Gott. Es ist schon genügend geschehen, so dass wir sicher sein können, dass auch das noch Ausstehende auf dem Weg ist."
Wir glauben, dass Jesus wiederkommt und dass es im Himmel weder Leid noch Schmerz noch Sorgen oder Tod geben wird. Bis zu diesem Zeitpunkt leben wir ein-fach in der Situation, in der alle Menschen, die Jesus von den Toten auferweckte, später doch starben. Und dennoch ist für den Gläubigen der Tod nicht das Ende, sondern bedeutet in Wirklichkeit die endgültige Heilung. Es wäre für uns, die wir ei-nen Heilungsdienst haben, töricht, so zu sprechen, als ob es niemals eine Zeit gege-ben hätte, in der die Menschen gestorben wären. Denken wir doch auch daran, dass auch Lazarus, den Jesus von den Toten auferweckte, letztendlich starb. Die wunder-bare Wahrheit für den Gläubigen ist die, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern ein Hinübergleiten in die Gegenwart Jesus‘. Der Apostel Paulus schrieb: „Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn" (2. Korinther 5,8). Für den Glaubenden ist der Tod eine Beförderung, nicht 33
eine Niederlage. Noch bevor der Arzt den Totenschein ausgestellt hat, hat uns der König der Könige in Gottes Gegenwart geholt.
Einer der ganz besonderen alten Heiligen um die Jahrhundertwende war J. C. Be-vington. Er schrieb einmal: „Ein Mann sagte vor einiger Zeit zu mir: „Nun, Bruder Be-vington, wenn ich deine Lehre höre, nehme ich mal an, dass du niemals sterben wirst, so wie du darüber sprichst, wie Gott heilt und dass er Gebete beantwortet. So musst du nur einfach beten, und er wird dich heilen." Ich erinnerte ihn an einen Vor-fall während der Tischlermesse in der Nähe von Michigan City in Indiana. Als wir ei-nes Samstagabends im Einspänner heimkamen, bemerkten wir einen Mann und sei-ne Frau, die um ein altes Blockhaus herumgingen. Sie schienen den alten Rahmen ganz genau zu untersuchen, und als wir näher kamen, rief der Mann: "Hey, Jerry, komm‘ hier herein." Als dann Jerry aus dem Einspänner ausstieg, sagte der Mann: "Meine Frau und ich haben unser altes Haus untersucht, in dem wir gelebt und unse-re Familie mit den elf Kindern hochgebracht haben. Sie sind alle weggezogen und haben geheiratet. Du weißt, du hast uns dieses Haus jedes Jahr wieder hergerichtet, und das lief so einige Jahre. Und deshalb wollen wir, dass du uns ein neues Haus baust." Wir bauten eins und sahen, wie sie ihr altes Haus verließen und in das neue einzogen. Ich sagte: „Nun, mein Herr, so wird es mit mir sein, so wie Christus ver-sprochen hat, dieses Haus, in dem ich lebe, zu erhalten. Die Zeit wird kommen, und ich erwarte, ihn bald zu sehen, wie er herunterkommt, um dieses alte Gehäuse he-rumspaziert und sagt: „Nun, Bevington, es ist nun Zeit, das zu verlassen und in das neue Herrenhaus umzusiedeln, das wir eben gerade für dich beendet haben.""
Eine Heilungsbotschaft, die auf dem Totenbett keinen Trost bringt, ist nicht die Gute Nachricht von Jesus Christus. Für den Christen bedeutet der Tod keine Nieder-lage, sondern höchsten Sieg. Deshalb fahren wir fort, im Glauben zu beten, und kön-nen zuversichtlich sein, dass, auch wenn unser Gebet nicht so beantwortet wird, wie wir es gehofft und erwartet hatten, die Auferstehungsleiber alle diejenigen erwarten, die in Christus sterben. Wegen Christus‘ Sieg am Kreuz auf Golgatha ist der Tod nicht länger eine Niederlage.
Wir warten immer noch auf die Wiederkunft Christi. Der Kampf gegen die Mächte der Finsternis dauert immer noch an. Eines Tages jedoch werden wir unsere Aufer-stehungsleiber bekommen (siehe 1. Korinther 15). Bis zu jenem Moment ist unser Auftrag und unser Missionsbefehl heute noch ebenso real wie damals, als Jesus vor 2.000 Jahren diese Worte sprach: „das Reich Gottes zu predigen und die Kranken zu heilen" (Lukas 9,2).
PO Box 4
Ramsey
Cambs
PE26 1SW